Stand: 20.02.2019 20:43 Uhr

Elbvertiefung: Erste Ausgleichsfläche entsteht

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Hamburgs Wirtschaftssenator Westhagemann besuchte die Baustelle für die Ausgleichsfläche.

Nach jahrelangem Tauziehen um die Elbvertiefung haben die Arbeiten für die erste Ausgleichsfläche begonnen. Auf der Billwerder Insel im Osten Hamburgs entstehen mehrere Hektar Flächen für den bedrohten Schierlingswasserfenchel. Ein mehrere Meter breiter Graben ist bereits ausgehoben, mit dem ein stillgelegtes Wasserwerk wieder an die Elbe angebunden werden soll. Eine Woche noch wird gebaut - dann ist erst mal bis zum Herbst Pause: Die ersten Kormorane, die an den Becken brüten, sind bereits zurück aus ihren Winterquartieren.

Gesamtkosten von 50.000 Euro pro Pflanze

Im kommenden Winter soll das erste von zwei Becken fertig werden, 2021 das zweite. Dabei werden kleine Inseln aufgeschüttet, Priele angelegt. Die Kosten belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro. Dazu kommt der Kaufpreis für das Gelände, das bislang Hamburg Wasser gehörte. Geplant ist, dass etwa 200 Pflanzen des Schierlingswasserfenchels dort angesiedelt werden. Das macht rein rechnerisch mehr als 50.000 Euro pro Pflanze. Insgesamt gibt es an der Unterelbe höchstens noch 5.000 Exemplare.

Eine Alternative zu dem vergleichsweise teuren Ausgleichsgebiet gebe es nicht, sagte Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) am Mittwoch bei der Besichtigung der Großbaustelle an der Autobahn 1. Anderenfalls wäre die gesamte Fahrrinnenanpassung gekippt.

Karte: Ausgleichsfläche für den Schierlingswasserfenchel

Bauarbeiten für Elbvertiefung haben begonnen

Mitte Februar haben die Bauarbeiten für die Elbvertiefung bei Brokdorf begonnen. Auch auf Hamburger Gebiet soll es schnell vorangehen: Im Juli soll nach den Planungen der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority damit begonnen werden, die Fahrrinne der Elbe zu verbreitern. Die sogenannte Begegnungsbox, wo auch breite Schiffe aneinander vorbei fahren können, soll bis Jahresende fertig werden. Im kommenden Jahr wird dann die Sohle der Elbe vertieft.

"Wir haben auch schon erste vorbereitende Baggerungen in der Fahrrinne vorgenommen, das ist aber noch nicht die eigentliche Vertiefung. Damit werden wir im Sommer beginnen", sagt der Chefplaner für die Elbvertiefung, Jörg Oellerich. "Das hat damit zu tun, dass zuvor die Unterwasserablagerungsfläche in der Elbmündung vorgenommen werden muss, in der wir unser Baggergut unterbringen. Deswegen können wir erst dann beginnen. Die Vergabeverfahren dafür laufen und sind auch gut im Zeitplan."

Gesamtkosten bei 800 Millionen Euro

Der Ausbau der Fahrrinne, der die Erreichbarkeit des Hamburger Hafens vor allem für große Schiffe verbessern soll, soll nach Angaben der Wirtschaftsbehörde im zweiten Halbjahr 2021 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten der Elbvertiefung sind noch nicht offiziell beziffert, weil die Ausschreibungen noch laufen. Sie dürften ungefähr 800 Millionen Euro betragen.

Stephan Heller zur Elbvertiefung. © NDR Foto: Screenshot

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.02.2019 | 15:00 Uhr

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