Stand: 14.11.2018 08:00 Uhr

Dioxin-Fund: Viele Fragen, wenige Antworten

Wie ist das Dioxin nach Boberg gekommen? Welche Gesundheitsgefahren lauern im Trinkwasser? Kann man im Naturschutzgebiet noch sorglos spazieren? Diese Fragen und mehr haben am Diernstagabend mehr als 300 Anwohner in der Stadtteilschule Mümmelmannsberg an Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) sowie an Experten der Umweltbehörde gestellt.

Der Schock über den Dioxin-Fund im Hamburger Naturschutzgebiet Boberger Niederung war vielen Anwohnern anzumerken. "Ich fische dort seit Jahrzehnten, bin ich jetzt kontaminiert?", fragte ein Angler. Eine Anwohnerin sagte: "Wir haben ja hier ja einen Kleingarten, mein Mann schwimmt gerne im Boberger See. Darf man den See noch nutzen? Wer kommt eigentlich für die Schäden auf? Wir wohnen hier und fühlen uns nicht ausreichend informiert, darum sind wir hier."

Betroffenes Gebiet abgesperrt

Es gab viele Fragen, aber wenige Antworten. Die Untersuchungen liefen, so die Experten. Das betroffene Gebiet sei abgesperrt, der betroffene See dürfe nicht mehr befischt werden. Das Spazierengehen sei gefahrlos, hieß es. Pilze- und Beerenpflücken sei nicht zu empfehlen, aber das Grundwasser sei, so der jetzige Stand, nicht betroffen.

Im Januar mehr Ergebnisse

Umweltsenator Kerstan und seine Experten baten um Geduld. Kerstan: "Das ist natürlich ein dramatischer Befund. Die Unsicherheit ist groß. Wir sind in einem Dilemma. Wir können noch nicht viel sagen, andererseits laufen meine Mitarbeiter hier in Hochsicherheitsanzügen herum und das muss man den Menschen hier erklären. Ich als Senator nehme das sehr Ernst und deshalb bin ich heute auch hier." Im Januar will Kerstan wiederkommen, versprach er den Anwohnern. Und dann mit konkreten Ergebnissen.

Karte: Sperrung im nördlichen Bereich der Boberger Niederung

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.11.2018 | 09:00 Uhr

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