Stand: 01.05.2020 08:47 Uhr

Corona im UKE: Eine Krebspatientin berichtet

Babette Grosch ist seit Anfang März dieses Jahres Patientin auf der Krebsstation des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Auf den ersten Schock, der Diagnose Leukämie, folgte schnell der zweite Schock: Vor zwei Wochen infizierte sie sich im UKE mit dem Coronavirus, erkrankte an Covid-19. Mitte April war bekannt geworden, dass sich mehrere Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende der onkologischen Station im UKE mit dem Coronavirus infiziert hatten. Insgesamt handelte es sich um rund 40 Personen. Eine schlimme Nachricht für die Betroffenen und ihre Angehörigen - wie Babette Grosch und ihren Mann.

UKE-Patientin: "Es gab eine dramatische Nacht"

Als Babette Grosch die Diagnose bekam, rief sie sofort ihren Mann an. "Sie sagte, sie müsse in die Intensivstation", erzählt ihr Ehemann Thomas Grosch. Einen Tag später sei es ihr dann schon richtig schlecht gegangen. Aber: "Sie hat richtig Glück gehabt."

Drei Krebs-Patientinnen und -Patienten, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, sind mittlerweile an dem Virus gestorben. Aber Babette Grosch geht es inzwischen wieder gut. Doch das Virus habe ihr ordentlich zugesetzt. Eine Woche lang war sie auf der Intensivstation, erzählt die 64-Jährige. "Da wurde dieser Husten auch immer schlimmer. Es gab eine dramatische Nacht, wo ich fast keine Luft mehr bekam." Intubiert werden musste sie aber nicht, die Zugabe von Sauerstoff reichte aus.

Keine Vorwürfe an das UKE

Das UKE steht nach den Corona-Fällen in der Kritik. Die Frage, wie es dazu kam, dass sich Patientinnen und Patienten, die wegen einer Krebserkrankung in der Klinik sind, dort mit dem Coronavirus infizieren konnten, ist noch unbeantwortet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung.

Babette Grosch macht der Klinik aber keinen Vorwurf. "Ich denke einfach, dass es sie überrannt hat. Dass es eben auch so unberechbar ist, dass das auch auf so einer Station passieren kann", sagt sie. Sie wird wohl noch Monate in stationärer Behandlung bleiben müssen. In drei Wochen darf sie allerdings für ein paar Tage nach Hause.

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Blick auf den Eingangsbereich des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Erstmals ist in Hamburg eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Es handele sich um einen Mitarbeiter der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). © picture alliance Foto: Bodo Marks

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"FAQ" steht auf einem iPad. © panthermedia, Fotolia Foto: lamianuovasupermai

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Sie wohnen in Hamburg und haben eine Frage zum Coronavirus? Wir haben Ihnen eine Liste mit relevanten Informationen, Telefonnummern und Hilfemöglichkeiten zusammengestellt. mehr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 30.04.2020 | 19:30 Uhr

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