Festgemachte Barkassen im Hamburger Hafen. © picture alliance / dpa Foto: Christian Charisius

Corona-Krise trifft Hamburgs Barkassen-Betreiber

Stand: 14.11.2020 09:33 Uhr

Hamburgs Barkassen-Betreiber leiden unter der Corona-Krise. Sie beklagen Umsatzverluste von bis zu 70 Prozent.

"Die Corona-Krise mit dem jetzt schon zweiten Verbot von Gästefahrten hat der gesamten Branche große Einbußen beschert", sagte Knut Heykena, Geschäftsführer des Hafenschiffahrtsverbands Hamburg der Nachrichtenagentur dpa. "Nicht nur, dass wichtige Umsatzbringer wie Ostern oder der Hafengeburtstag ausgefallen sind, auch nach der schrittweisen Lockerung der Vorschriften im Sommer war die Nachfrage gering." Jan Ehlers von der Barkassen-Centrale Ehlers bestätigte: "Die Sommersaison war schlecht. Es konnte kaum Geld angespart werden für den Winter 2020/2021, der nun vor der Tür steht." Besonders hart treffe es die Barkassen-Unternehmen, die ihr Geld verdienen mit Chartertouren - also Geburtstags- oder Partyfahrten.

Wichtige Überbrückungshilfen

"Corona hat für einen enormen Umsatzrückgang in 2020 gesorgt", berichtete auch Hubert Neubacher, Inhaber von Barkassen-Meyer, dessen Flotte sonst im Hafen und auf der Elbe unterwegs ist. "Auch wenn im Sommer wieder etwas mehr Bewegung bei uns im Hafen und in Hamburg stattfand, rechnen wir insgesamt mit einen Umsatzverlust von bis zu 70 Prozent auf das Jahr gerechnet." Neubacher erläuterte: "Durch die aktuelle Situation sind wir zum Beispiel auf die vom Bund beschlossenen Überbrückungshilfen und das Instrument der Kurzarbeit angewiesen." Man werde sich aufgrund der Schließung im November auch um die neue Unterstützung der 75 Prozent des Vorjahres-November bemühen. "Dafür bin ich persönlich für das Unternehmen und meine Mitarbeiter sehr dankbar, da es uns eine gewisse Sicherheit gibt, dass wir auf kleinster Flamme über den Winter kommen werden."

Unternehmer Gregor Mogi sprach von einer "ganz brutalen Situation". Er habe keinen anderen Weg gesehen, als zwei Mitarbeiter zu entlassen. Die Barkassen-Betreiber hätten sich intensiv um gute Hygienekonzepte bemüht - deshalb sei die Enttäuschung nun groß.

Nachsteuern bei Hilfsprogrammen gefordert

Hafenschiffahrtsverbands-Geschäftsführer Heykena sagte: "Aus dem Kreise unserer Mitglieder wurden wir informiert, dass die Hilfsprogramme und Überbrückungshilfen bei Saisonbetrieben nicht in der vorgesehenen Höhe ankommen." Mehrere Kostenpositionen könnten nicht bei der Bedürftigkeitsprüfung berücksichtigt werden, sodass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Unternehmen überzeichnet werde. "Hier muss dringend nachgesteuert werden", forderte Heykena. Die Politik müsse nun dafür sorgen, dass die überwiegend inhaber- und familiengeführten Traditionsbetriebe auch im kommenden Jahr den Hamburgern und ihren Gästen die Hansestadt von der schönsten Seite zeigen könnten.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.11.2020 | 09:00 Uhr

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