Stand: 19.04.2020 08:00 Uhr

Corona: Kinderschutzbund sieht große Belastung

Während der Corona-Pandemie sind auch in Hamburg Schulen, Kitas und Jugendzentren geschlossen, selbst Spiel- und Sportplätze dürfen nicht betreten werden. Familienmitglieder verbringen darum aktuell sehr viel mehr Zeit miteinander als sie es gewohnt sind. Das sorgt nicht selten für Reibereien und Streit. Angesichts dieser Situation müsse man sich vor allem um Kinder sorgen, in deren Familien es schon unter normalen Umständen Schwierigkeiten gibt, es zu Gewalttätigkeiten gekommen ist oder die nicht gut versorgt werden. Das sagte Ralf Slüter, der Geschäftsführer des Hamburger Kinderschutzbundes, im NDR Hamburg Journal. Schon allein wenn es zu Streit zwischen den Eltern komme, sei das eine große Belastung für Kinder.

Gewalt kann zunehmen, wenn Kontrolle fehlt

Slüter hat wegen der Sorge vor vermehrter Gewalt gegen Kinder Kontakt zur Polizei und zu den Jugendämtern gesucht. Mehr Meldungen als sonst gebe es nicht, so Slüter. Das heiße aber nicht, dass es nicht mehr Gewalt gegen Kinder gebe.

"Natürlich ist es so, dass Eltern und Kinder, die so etwas in ihren Familien erleben, sich schämen, Kontakt aufzunehmen oder Hilfe zu suchen", ergänzt er. Wenn Schwierigkeiten in Familien aufträten, isolierten sich diese oft und derzeit fielen wegen der Kontakbeschränkungen die Menschen weg, denen die Probleme auffallen und die die Betroffenen dazu bringen könnten, sich Hilfe zu suchen.

Bewegungsmöglichkeiten für die Kinder fallen weg

Aber nicht nur Gewalt ist ein Thema. Auch Mittagstische unterschiedlicher Einrichtungen stehen aktuell nicht zur Verfügung und die Bewegungsmöglichkeiten für die Kinder fallen weg. "Kinder, egal ob sie in sozialen Schwierigkeiten stecken oder nicht, brauchen Bewegung, um sich entwickeln zu können", sagt Slüter. Darum müssten jetzt alle überlegen, wie das möglich sein könne, ohne andere zu gefährden.

"Es muss vorsichtig darüber nachgedacht werden, wie Kinder sich wieder draußen bewegen können, da geht es um Spielplätze, um Kitas und natürlich auch um Schulen", sagt Slüter. Denn wenn sich die Kinder nicht bewegen und nicht nach draußen gehen können, könne das zu großem Stress in den Familien führen.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 18.04.2020 | 19:30 Uhr

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