Corona-Impfung bei Führungskräften sorgt für Ärger

Stand: 26.01.2021 17:17 Uhr

In Hamburg sind beim Deutschen Roten Kreuz und der Feuerwehr Führungskräfte geimpft worden, obwohl sie nur im Büro arbeiten. Dabei profitierten sie von Impfstoff-Restmengen, die andernfalls entsorgt worden wären.

Wenn Impfstoffdosen in Altenheimen nicht verbraucht werden, müssen schnell Abnehmerinnen und Abnehmer gefunden werden. In mehr als 370 Fällen wurden in Hamburg so besonders gefährdete Feuerwehrleute geimpft, die im Rettungsdienst arbeiten. 20 Mal allerdings auch Führungskräfte beim Deutschen Roten Kreuz und der Feuerwehr, die am Schreibtisch sitzen. "Da hätten wir uns mehr Anstand gewünscht", sagte Daniel Dahlke, Landesvorstand der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft in Hamburg.

Senat "not amused"

In einem internen Schreiben heißt es bei der Feuerwehr zur Erklärung: Die Impfdosen mussten innerhalb einer Stunde vergeben werden. Daher wurden auch Menschen zur Impfung geschickt, die eigentlich noch nicht vorgesehen waren. Senatssprecherin Julia Offen sagte am Dienstag, man sei "not amused" über diesen Vorfall.

Umgang mit Restmengen neu geregelt

Inzwischen ist der Umgang mit den Restmengen neu geregelt worden: Um Führungskräfte nicht vorzuziehen, wurden bei der Feuerwehr Listen mit priorisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angelegt. Unverbrauchter Impfstoff wird immer ins Impfzentrum in den Messehallen gebracht.

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Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 26.01.2021 | 17:00 Uhr

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