Stand: 09.09.2020 07:52 Uhr  - NDR 90,3

Corona: Hamburg erlaubt große Veranstaltungen

In Hamburg sind die Corona-Regeln in vielen Bereichen bereits gelockert worden. Die Veranstaltungsbranche konnte davon bisher kaum profitieren. Was erlaubt ist und was weiter verboten bleibt: ein Überblick.

Der Hamburger Fernsehturm und die Messehallen werden während der „"Night of Light"“ rot beleuchtet. © picture-alliance/dpa Foto: Georg Wendt
Mit rotem Licht macht die Veranstaltungsbranche auf ihre Problem in der Corona-Krise aufmerksam.
Was ist trotz Corona möglich?

Erlaubt sind seit Juli Veranstaltungen unter freiem Himmel mit bis zu 1.000 Personen und in geschlossenen Räumen mit bis zu 650 Teilnehmenden - es muss allerdings eine Genehmigung eingeholt werden und die Gäste brauchen feste Sitzplätze. Großveranstaltungen wie der Schlagermove mit mehr als 1.000 Teilnehmenden bleiben erst mal untersagt.

In Hamburg sollen künftig jedoch wieder Stadionveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besucherinnen und Besuchern möglich sein. Voraussetzung ist laut Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD), dass die Stadien über mehr als 10.000 Plätze verfügen, kein festes Dach haben und die Veranstaltung "von herausragender Bedeutung für Deutschland" ist. Für den Hamburger SV und den FC St. Pauli bedeute diese Entscheidung jedoch nicht, dass sie ihre Heimspiele in der 2. Fußball-Bundesliga künftig automatisch wieder vor mehr als 1.000 Zuschauern austragen dürfen. "Dies ist keine regelhafte Genehmigung von Bundesliga-Veranstaltungen", sagte Leonhard.

Der Hamburger Winterdom könnte ebenfalls stattfinden. Das Volksfest soll durch eine neue Corona-Verordnung, die im November in Kraft tritt, wieder möglich sein. Die Voraussetzung dafür sei, dass sich das Infektionsgeschehen bis zum Start nicht gravierend verschlimmere, erklärte die Sozialsenatorin. Um die Abstände auf dem Gelände einhalten zu können, soll die Zahl der Besucherinnen und Besucher auf 6.000 begrenzt werden.

Welche Corona-Auflagen gibt es?

Für genehmigte Veranstaltungen gelten die Abstands- und Hygieneregeln, zum Beispiel sollen sich die Gäste am Eingang ihre Hände desinfizieren, müssen mindestens 1,5 Meter Abstand zu den anderen Gästen halten und es sollte eine Nase-Mund-Bedeckung getragen werden. Voraussetzung für eine Veranstaltung mit 1.000 Teilnehmenden unter freiem Himmel beziehungsweise 650 in geschlossenen Räumen ist, dass es feste Sitzplätze gibt und dass weiter die Corona-bedingten Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Das heißt beispielsweise auch, dass in geschlossenen Veranstaltungsräumen pro zehn Quadratmeter Fläche nur eine Person da sein sein.

Gibt es keine festen Sitzplätze für die Gäste, sind die Regeln strenger: Dann dürfen im Freien 200 Menschen und in geschlossenen Räumen 100 Menschen zusammenkommen. Diese Zahlen gelten für Veranstaltungen, bei denen kein Alkohol ausgeschenkt wird. Mit Bier, Wein und anderen alkoholhaltigen Getränken gelten noch einmal strengere Regeln. In diesem Fall muss die Zahl der Teilnehmenden jeweils halbiert werden.

Wie soll es weitergehen?

Seit den Corona-bedingten Einschränkungen liegt das Umsatzniveau der ganzen Veranstaltungsbranche bei nahezu null. Laut einer aktuellen Studie ist bereits jetzt jeder dritte Arbeitsplatz in der Branche gefährdet. Betroffen sind nicht nur die Veranstaltenden selbst, sondern auch Spielstätten, Zulieferer und Dienstleister wie Technikfirmen, Bühnen- und Messebauende, Ausstattende, Cateringfirmen, Logistikerinnen und Logistiker, sondern auch und Künstlerinnen und Künstler, Musikschaffende, Dekorateure und Dekorateurinnen und andere Einzelunternehmerinnen und Einzelunternehmer. Mit der neuen Verordnung, die zunächst bis zum 31. Juli gilt, dürfte es in einigen Bereichen zumindest etwas besser werden.

Vertreterinnen und Vertreter der Veranstaltungsbranche forderten zuletzt im Rahmen der bundesweiten Aktion "Night of Light" einen Dialog mit der Politik, um gemeinsam einen Weg aus der Krise zu finden. Sie fordern unter anderem eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes und Nachbesserungen der Hilfskredite.

VIDEO: Hamburg lockert die Kontaktbeschränkungen (2 Min)

Weitere Informationen
Der Hamburger Fernsehturm und die Messehallen werden während der „"Night of Light"“ rot beleuchtet. © picture-alliance/dpa Foto: Georg Wendt

"Night of Light": Hilferuf der Veranstaltungsbranche

Die Veranstaltungsbranche bangt wegen der Corona-Auflagen um ihre Zukunft. Mit der Aktion "Night of Light" machte sie auf ihre Lage aufmerksam. In Hamburg wurden viele Wahrzeichen rot beleuchtet. (23.06.2020) mehr

Autodemo der Eventbranche in Hamburg. © NDR Foto: Werner Pfeifer

Corona-Krise: Autokorso der Veranstaltungsbranche

Um auf ihre Notlage in der Corona-Krise aufmerksam zu machen, haben Hunderte Menschen aus der Veranstaltungsbranche bei einem Autokorso in Hamburg demonstriert. Im Stadtgebiet kam es zu Staus. (15.06.2020) mehr

Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

Coronavirus in Hamburg: Nachrichten und Hintergründe

Wie geht es Hamburg mit der Corona-Pandemie? Welche Beschränkungen gibt es, welche Lockerungen? Hier finden Sie die aktuellen Zahlen, Nachrichten, Videos und Hintergründe. mehr

"FAQ" steht auf einem iPad. © panthermedia, Fotolia Foto: lamianuovasupermai

Coronavirus in Hamburg: Hier bekommen Sie Hilfe

Sie wohnen in Hamburg und haben eine Frage zum Coronavirus? Wir haben Ihnen eine Liste mit relevanten Informationen, Telefonnummern und Hilfemöglichkeiten zusammengestellt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.06.2020 | 18:00 Uhr

Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

Coronavirus in Hamburg: Nachrichten und Hintergründe

Wie geht es Hamburg mit der Corona-Pandemie? Welche Beschränkungen gibt es, welche Lockerungen? Hier finden Sie die aktuellen Zahlen, Nachrichten, Videos und Hintergründe. mehr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Der Außenbereich der Bar "Le Vou" im Hamburger Schanzenviertel. © Florencia Acosta Foto: Florencia Acosta

Weiterer Corona-Ausbruch in einer Hamburger Bar

Nach dem Corona-Ausbruch in der Bar "Katze" gibt es eine Häufung in einem weiteren Lokal im Hamburger Schanzenviertel. 16 Menschen wurden nach einem Besuch im "Le Vou" positiv getestet. mehr

St. Paulis Daniel-Kofi Kyereh (l.) erzielt den Anschlusstreffer zum 1:2 gegen den VfL Bochum © Witters Foto: Christof Koepsel

St. Pauli punktet dank toller Moral und Kyereh in Bochum

Der FC St. Pauli hat am ersten Zweitliga-Spieltag ein 2:2 beim Aufstiegskandidaten VfL Bochum geschafft. Die Hamburger lagen bereits mit 0:2 zurück, trafen dann in der Schlussphase doppelt. mehr

Teilnehmer einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen stehen vor dem Reichstag, ein Teilnehmer hält eine Reichsflagge. © picture alliance/dpa Foto: Fabian Sommer

Hamburg prüft Verbot von Reichsflaggen

Nachdem in Bremen Reichs- und Reichskriegsflaggen jetzt verboten sind, prüft Hamburg einen ähnlichen Weg. Möglich wurde das durch einen entsprechenden Erlass des Bremer Innensenators. mehr

Menschen genießen im Hamburger Stadtpark die Sonne. © Imago Images/HochZwei/Angerer Foto: Imago Images/HochZwei/Angerer

15-Jährige im Stadtpark missbraucht: Polizei sucht Zeugen

Ein 15-jähriges Mädchen soll im Hamburger Stadtpark von mindestens fünf Jugendlichen sexuell misshandelt worden sein. Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen. mehr