Stand: 07.05.2020 12:59 Uhr  - KiKA

Corona-Einschränkung: Häusliche Gewalt könnte zunehmen

Die Hamburger Polizei hat von Januar bis März dieses Jahres 1.211 Fälle von Gewalt in der Partnerschaft registriert. Expertinnen und Experten befürchten, dass die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zu einer Zunahme von häuslicher Gewalt führen.

Gewaltdelikte verzögert angezeigt

Noch hat die Polizei keine Hinweise darauf, dass die häusliche Gewalt in Hamburg in diesem Jahr angestiegen ist, lautet die Antwort des Senats auf eine Anfrage der Linksfraktion. Allerdings werden derartige Delikte häufig erst nach einem nicht unerheblichen Zeitverzug angezeigt, heißt es weiter.

Cansu Özdemir, frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, befürchtet, dass Betroffene unter den aktuellen Bedingungen der häuslichen Isolation keine Möglichkeit haben, die Polizei zu rufen oder Hilfe zu holen. Bei den 1.211 registrierten Fällen von Partnergewalt ist der April, der erste vollständige Monat des Kontaktverbots und der Ausgehbeschränkungen, noch nicht enthalten.

Sechstes Frauenhaus wird eröffnet

Mehr als 13 Mal pro Tag erleiden vor allem Frauen Gewalt in ihrer Beziehung, meist in der eigenen Wohnung. "Wir müssen hinschauen und Betroffene unterstützen", fordert Özdemir. Im Zweifelsfall rette das Leben. Laut Sozialbehörde wird noch in diesem Monat ein sechstes Frauenhaus in Hamburg eröffnet.

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Dieses Thema im Programm:

KiKA | NDR 90,3 Aktuell | 07.05.2020 | 13:00 Uhr

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