Stand: 15.04.2020 17:37 Uhr  - NDR 90,3

Corona-Fälle am UKE: Wurden Regeln nicht eingehalten?

Der Corona-Ausbruch auf der Onkologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) geht möglicherweise auf eine Kette von Fehlern in der Universitätsklinik zurück. Der Auslöser für den Ausbruch mit rund 40 infizierten Patienten und Pflegern liegt möglicherweise fast einen Monat zurück. Mitte bis Ende März war bei einer Person auf der Onkologie das Corona-Virus nachgewiesen worden, erfuhr NDR 90,3. Dieser Fall sei dem zuständigen Gesundheitsamt des Bezirks Hamburg-Nord aber erst verspätet gemeldet worden. Wie sich dann später herausgestellt haben soll, hatte offenbar diese Person keinen Mundschutz getragen. Und das, obwohl das Gesundheitsamt schon vor zwei Jahren angeordnet habe, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesen Schutz tragen müssen.

Hamburger Senat erst am Dienstag informiert

Diese Angaben widersprechen teilweise der Darstellung des UKE. Das Klinikum hatte zuerst in einer Stellungnahme mitgeteilt, dass alle zuständigen Stellen unmittelbar über die Corona-Fälle informiert wurden. Zudem wies die Klinikleitung am Mittwoch Kritik an der Informationspolitik zurück. Das UKE sei sehr professionell mit den Fällen umgegangen und habe die Situation "sehr gut gemanagt", sagte der Direktor für Patienten- und Pflegemanagement, Joachim Prölß, bei einer Pressekonferenz des UKE. Offen bleibt die Frage, warum der Hamburger Senat erst am Dienstag über den Ausbruch informiert worden ist.

Fegebank verteidigt UKE

"Wenn wir es gewusst hätten, hätten wir am Dienstag auf der Landespressekonferenz darüber informiert", heißt es auf Nachfrage aus Senatskreisen. Die für das UKE zuständige Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) verteidigte jedoch die Klinik: Das UKE habe sich an alle gesetzlichen Auflagen und Meldewege gehalten, sagte sie am Mittwoch im Gespräch mit NDR 90,3. Sie stehe im ständigen Kontakt mit dem Chef des UKE. Er habe sie regelmäßig über Corona-Fälle informiert. Das UKE unternehme jetzt alles, um herauszufinden, wie es zu dem Ausbruch kam, sagte Fegebank.

Noch drei Patienten auf der Intensivstation

Nach Angaben der Wissenschaftssenatorin sind aktuell noch 18 Krebspatienten mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, davon befinden sich drei auf der Intensivstation. Die anderen seien auf einer speziell eingerichteten Covid-19-Station untergebracht worden. "Alle anderen Krebspatienten werden weiter auf den onkologischen Stationen behandelt. Die sind aber Covid-frei."

Weitere Informationen

Corona-Ausbruch auf Krebs-Station des UKE

Auf der Onkologie-Station des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) sind rund 20 Patienten und rund 20 Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt. Krebs-Patienten gelten als besonders gefährdet. (14.04.2020) mehr

UKE: Corona-Lage "stabil, kontrolliert und ruhig"

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf bezeichnet die Corona-Lage als stabil. Der Chef der Intensivmedizin plädiert dafür, in den kommenden Wochen die Beschränkungen vorsichtig zu lockern. (08.04.2020) mehr

Untersuchung zur Immunität gegen Coronavirus

Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks will wissen, wie viele Menschen in Hamburg immun gegen das Coronavirus sind. Dazu hat ihre Behörde eine Untersuchung beim UKE in Auftrag gegeben. (07.04.2020) mehr

Coronavirus in Hamburg: Hier bekommen Sie Hilfe

Sie wohnen in Hamburg und haben eine Frage zum Coronavirus? Wir haben Ihnen eine Liste mit relevanten Informationen, Telefonnummern und Hilfemöglichkeiten zusammengestellt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.04.2020 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

03:34
Hamburg Journal
02:07
Hamburg Journal
02:24
Hamburg Journal