Stand: 30.11.2018 15:35 Uhr

CDU: Heintze rechnet mit Kopf-an-Kopf-Rennen

Hamburgs CDU-Chef Roland Heintze erwartet auf dem Bundesparteitag in der kommenden Woche ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen um den Vorsitz zwischen Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz. "Ich glaube, dass viel von den Reden abhängen wird", sagte Heintze am Freitag in der Hansestadt. Es habe selten einen Parteitag der Union gegeben, bei dem die Top-Personalie so offen gewesen sei. Neben Kramp-Karrenbauer und Merz hat unter anderem auch Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, auf dem Parteitag in Hamburg für den Parteivorsitz zu kandidieren.

Entscheidung über Merkel-Nachfolge in Hamburg

Am 7. Dezember entscheiden die Delegierten in Hamburg über die Nachfolge Angela Merkels, die seit 18 Jahren Parteichefin ist. Sie hatte erklärt, dass sie den CDU-Vorsitz abgeben, aber Bundeskanzlerin bleiben will. Hamburg wird mit 17 Delegierten auf dem Parteitag vertreten sein. Im Vergleich dazu: Der größte CDU-Landesverband Nordrhein-Westfalen stellt 296 Delegierte. Insgesamt sind 1.001 CDU-Mitglieder stimmberechtigt.

"Ich bin hin- und hergerissen"

Heintze ist als Hamburger CDU Landeschef zugleich Parteitagspräsident. Er selbst sei noch unentschlossen, ob Merz oder Kramp-Karrenbauer die bessere Wahl sei, sagte er. "Ich bin hin- und hergerissen." Da der neue Parteivorsitzende ja auch einmal Kanzlerkandidat werden könne, müsse die Personalie in erster Linie dem Wähler in Deutschland und nicht der Partei gefallen. Doch egal, wer am Ende gewinne, wichtig sei auch, dass die Regierungsarbeit vernünftig weitergehe. Heintzes Vorgänger als Hamburger CDU-Chef, der Altonaer Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg, hat sich dagegen laut Medienberichten bereits auf Kramp-Karrenbauer festgelegt.

Auch inhaltliche Schwerpunkte nannte Heintze: "Also für uns ganz wichtig ist die Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Da haben wir uns immer für eingesetzt." Dies habe auch eine gute Chance, so beschlossen zu werden. Eine weitere Forderung ist eine Änderung des Verbandsklagerechts: "Da wird Verbänden zu viel zugestanden an Einflussmöglichkeiten." Die Einflussmöglichkeiten der Naturschutzverbände seien zu ausufernd, so Heintze.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.11.2018 | 17:00 Uhr

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