Bündnis für Hamburgs Industrie: Erste Bilanz

Stand: 29.04.2021 16:04 Uhr

Wie kann die Industrie in Hamburg wachsen - und gleichzeitig möglichst schnell klimaneutral werden? Darum geht es beim "Bündnis für die Industrie der Zukunft", das vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde. Jetzt wurde eine erste Bilanz gezogen.

Matthias Boxberger (l.), Vorsitzender des Industrieverbands Hamburg (IVH), und Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister Hamburgs, unterzeichnen vor Senats- und Industrievertretern ein Bündnis für die Wirtschaft. © picture alliance/Markus Scholz Foto: Markus Scholz
Tschentscher (r.) und Boxberger hatten das "Bündnis für die Industrie der Zukunft" 2019 geschmiedet.

Nur eine starke Industrie könne es sich leisten, viel in den Klimaschutz zu investieren, meinte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Donnerstag. Hamburg als größter Industriestandort in Deutschland sei da auf einem guten Weg und wolle als erste Großstadt komplett CO2-neutral werden.

Ein Baustein dabei: In Bergedorf soll ein neues Zentrum entstehen, an dem Industrie und Wissenschaft erproben, wie Wasserstoff eingesetzt werden kann. "Grüner Wasserstoff" wird beispielsweise aus überschüssigem Windstrom erzeugt.

Industrie lobt bessere Genehmigungsverfahren

Matthias Boxberger, Chef des Industriebverbands Hamburg (IVH), lobte, dass sich inzwischen Behördenvertreter mit Unternehmen an einen Tisch setzten, bevor offiziell Anträge gestellt werden. Beispielsweise, um Anlagen zu erweitern. Dadurch würden die Verfahren insgesamt schneller, so Boxberger.

Mehr als 83.000 Menschen arbeiten in Industriebetrieben

In Hamburg arbeiten rund 80.000 Menschen in Industriebetrieben, dazu kommen zahlreiche Zulieferbetriebe. Der Senat und die Industrie der Hansestadt hatten das Bündnis 2019 geschmiedet. Es soll helfen, die Rahmenbedingungen für Firmen weiter zu verbessern, Investitionshemmnisse zu beseitigen sowie die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Produktionsbetrieben zu stärken. Die heimische Industrie steht aufgrund ihres Energiebedarfs vor großen Aufgaben, um die Hamburger Klimaziele zu erreichen. Verglichen mit 1990 müssen die Kohlendioxid-Emissionen bis 2030 um 50 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent reduziert werden.

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Peter Tschentscher (SPD, r), Erster Bürgermeister Hamburgs, erläutert neben Matthias Boxberger, Vorsitzender des Industrieverbands Hamburg (IVH), die Abschlusserklärung des im Frühjahr gegründeten "Bündnis für die Industrie der Zukunft". © picture alliance/Markus Scholz Foto: Markus Scholz

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Bessere Rahmenbedingungen und ein neuer Industriekoordinator: Hamburgs Bürgermeister Tschentscher und der Industrieverband haben ein "Bündnis für die Industrie der Zukunft" unterzeichnet. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 29.04.2021 | 17:00 Uhr

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