Stand: 25.07.2020 19:20 Uhr

Bootsprotest gegen Öffnung der Dove-Elbe

In Hamburg haben am Sonnabend viele Menschen mit Booten vor den Norderelbbrücken und den Landungsbrücken für den Erhalt der Dove-Elbe demonstriert. Der Protest richtete sich gegen Überlegungen, den Seitenarm der Elbe wieder zu öffnen und zu einem Tidegewässer mit Ebbe und Flut zu machen. Laut der Bürgerinitiative "Dove Elbe retten" würden dadurch ansässige Vereine und Firmen und die Flora und Fauna bedroht.

Naherholungsgebiet in Gefahr

An den St. Pauli Landungsbrücken verteilten Mitglieder der Interessengemeinschaft Infomaterial. Die Initiative befürchtet, dass die Dove-Elbe als Wassersport- und Naherholungsgebiet in Gefahr gerät, sollte der Seitenarm an der Tatenberger Schleuse wieder zur Norderelbe hin geöffnet werden. Auch die Standsicherheit von Deichen und Gebäuden sei dann gefährdet.

Umstrittene Pläne

Die 18 Kilometer lange Dove-Elbe ist bereits seit 1952 vom Hauptstrom und somit vom Tidenhub abgeschnitten. Das Forum Tideelbe, an dem auch mehrere Hamburger Behörden beteiligt sind, überlegt nun, den Seitenarm wieder zu öffnen. Vor allem um die immer stärkere Tide des Hauptstroms der Elbe zu mildern. Es wird darüber nachgedacht, die Dove-Elbe mit einem Sperrwerk an der Tatenberger Schleuse und einer Schleuse an der Kirchenbrücke wieder an den Hauptstrom anzuschließen.

Anwohner machen ihrem Ärger Luft

Auch Karsten Schütt, der direkt an der Dove-Elbe wohnt, nahm an der Protestaktion teil. "Ich wohne auf dem Hof meines Urgroßvaters von 1882. Seit 1952 ist die Dove-Elbe abgeschleust. Das ist aus guten Grund gemacht worden, um die Verschlickung und die Sturmflutgefahr zu beseitigen. Es gibt überhaupt keinen Grund, das rückgängig zu machen", so Schütt. Und Anwohner Gert Keckstadt erklärte: "Die Dove-Elbe ist gerade in Corona-Zeiten für die Hamburgerinnen und Hamburger ein wichtiges Naherholungsgebiet, das würden wir verlieren."

Protest-Bootstour in Bergedorf

Protest an der Dove-Elbe. © NDR Foto: Petra Volquardsen
Auf eine Bootstour am Donnerstag haben Protestierende auch Politikerinnen und Politiker eingeladen.

Erst am Donnerstag hatten in den Vier- und Marschlanden im Bezirk Hamburg-Bergedorf Anwohnende und Bootsbesitzende gegen die Öffnung der Dove-Elbe demonstriert. Zu der Protest-Bootstour kamen auch Politikerinnen und Politiker verschiedener Parteien.

 

Weitere Informationen
Protest an der Dove-Elbe. © NDR Foto: Petra Volquardsen

Initiative will Dove-Elbe vor Ebbe und Flut schützen

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Eine Kolonne von Ruder-, Trett- und Motorbooten demonstrieren gegen die Pläne des Senats. © NDR Foto: Screenshot

Bürgerinitiative will Dove-Elbe erhalten

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Zwei Pferde auf einer Koppel am Ufer der Dove Elbe. © Laura Schneider/ NDR 90,3 Foto: Laura Schneider

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.07.2020 | 15:45 Uhr

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