Junge Schüler sitzen an Tischen und blicken zur Tafel © imago/photothek

Bildungsbericht vorgelegt: Die Reaktionen aus Hamburg

Stand: 23.06.2022 18:57 Uhr

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) sieht den Hamburger Kurs durch den Nationalen Bildungsbericht der Kultusministerkonferenz bestätigt. Doch aus der Opposition kommt Kritik.

Rabe sagte am Donnerstag, zwar zeige der Bericht auf, dass das Schulsystem bundesweit vor schwierigen Aufgaben stehe. "Zugleich weisen die Daten aber auch darauf hin, dass viele Hamburger Reformen erfolgreich sind."

"Hamburg kann zusätzliche Lehrerstellen besetzen"

Angesichts steigender Schülerzahlen habe Hamburg ein großes Schulbauprogramm und eine Initiative zur Sicherstellung zusätzlicher Stellen und Lehrkräfte für die Hamburger Schulen gestartet. "Bislang ist die Initiative erfolgreich, nach wie vor können in Hamburg die vielen zusätzlichen Lehrerstellen besetzt werden", hieß es von der Schulbehörde.

Der Bildungsbericht zeige aber auch, dass die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen im Vergleich der Bundesländer am stärksten in die Bildung investierten und pro Kopf die höchsten öffentlichen Bildungsausgaben hätten. Diese zusätzlichen Mittel würden in Hamburg gezielt in die Schul- und Unterrichtsqualität investiert. So sei die Hansestadt neben Thüringen das einzige Bundesland, das allen Kindern einen Ganztagsschulplatz anbiete und rechtlich garantiere.

Schulbehörde lobt Rekord bei Nachmittagsbetreuung

Rund 85 Prozent aller Grundschüler und Grundschülerinnen nutzten die Nachmittagsbetreuung. Das sei ein bundesweiter Rekordwert. Zudem habe Hamburg 2020 mit 55,7 Prozent die höchste Abiturquote aller Länder verzeichnet, sagte Rabe. "Das ist insofern besonders ermutigend, weil Hamburgs Schülerinnen und Schüler in den schriftlichen Abiturklausuren der Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch in erheblichem Maß die gleichen Aufgaben bewältigen müssen wie die Schülerinnen und Schüler in den anderen Bundesländern."

Opposition sieht Hamburg vor großen Herausforderungen

CDU-Bildungsexpertin Birgit Stöver sieht Schulsenator Rabe vor großen Herausforderungen. Die Diskussion über die neuen Bildungspläne seien ins Stocken geraten, die neuen Kermit-Ergebnisse zeigten große Lernrückstände. Auch für Anna von Treuenfels (FDP) gibt es deutlich Luft nach oben. Platz 10 unter 16 Bundesländern im Abitur-Notendurchschnitt sei keine Spitzenleistung. Und Sabine Boeddinghaus (Linke) kritisiert die Inklusionsquote an Schulen. Die ist laut Boeddinghaus in den letzten fünf Jahren auf rund 43 Prozent gesunken. Es fehlten barrierefreie Klassenräume und Doppelbesetzungen in den Klassen.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 23.06.2022 | 19:30 Uhr

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