Stand: 17.12.2019 07:53 Uhr

Baukastensystem soll Schulbau beschleunigen

Der Ausbau der Hamburger Schulen soll mit einer Art Baukastensystem schneller und effizienter gestaltet werden. Schulsenator Ties Rabe (SPD) hat am Montag das sogenannte Hamburger Klassenhaus vorgestellt. Die zwei- oder dreigeschossigen Gebäude sollen in teilweise vorgefertigter Bauweise errichtet werden, um Kosten und Bauzeit zu sparen.

Solides Grundgerüst lässt sich individuell gestalten

Die Fassade des Klassenhauses kann laut Schulbehörde je nach Umfeld mit Holz, Klinker oder Putz gestaltet werden. Begrünte Dächer sollen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. "Obwohl jeder Schulstandort über spezifische architektonische und soziale Besonderheiten verfügt, überschneiden sich die grundsätzlichen Anforderungen an neue Räume", sagte Schulbau Hamburg-Geschäftsführer Ewald Rowohlt.

Prototyp wird gerade fertiggestellt

Ein Schulgebäude in Hamburg von innen, das in Modulbauweise gebaut wurde. © Schulbau Hamburg
Das erste Hamburger Klassenhaus wird derzeit an der Grundschule Eckerkoppel errichtet und steht kurz vor der Fertigstellung.

Ein Pilotprojekt auf dem Gelände der Grundschule Eckerkoppel in Farmsen-Berne soll im Januar bezugsfertig sein. Im nächsten Schritt folgen sieben weitere. Insgesamt sind rund 40 Hamburger Klassenhäuser geplant. Ein Großteil der Gebäude kann in Werkshallen vorgefertigt und später vor Ort zusammengesetzt werden. Diese bei Fertighäusern erprobte Methode verkürzt die Bauzeit auf 21 Wochen.

Hamburg braucht Platz für mehr Schüler

Laut Schulsenator Rabe sollen in den kommenden Jahren nicht nur 123 bestehende Schulen erweitert, sondern auch insgesamt 44 neue Schulen für rund 40.000 zusätzliche Schülerinnen und Schüler gebaut werden. Das entspreche einer halben Million Quadratmeter Geschossfläche. "Damit dies schnell, kostengünstig und trotzdem architektonisch ansprechend umgesetzt werden kann, ist das Modell des Hamburger Klassenhauses vorbildlich und sehr hilfreich", so Rabe.

Kritik: Geschmack von "schnell und billig"

Die Opposition im Rathaus reagierte skeptisch bis ablehnend auf die Pläne. CDU und FDP haben Zweifel, ob die Klassenhäuser an die Qualitätsstandards der bestehenden Schulbauten herankommen. Die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Sabine Boeddinghaus, sagte, die Pläne hätten den Geschmack von "schnell und billig". Sie verweist wie die CDU auf Kritik der Hamburger Architektenkammer. Die bemängelt angebliche Billig-Qualität im Hamburger Schulbau. Eine Kritik, die Schulsenator Rabe energisch zurückweist.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.12.2019 | 13:00 Uhr

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