Stand: 16.09.2019 20:40 Uhr

Álvaro Soler: So klingt der Sommer aus

Leichter Nieselregen bei 14 Grad: Der Sommer verabschiedet sich am Sonntagabend wettertechnisch endgültig aus Hamburg. Doch in der Arena am Volkspark flammt er noch ein letztes Mal auf, zumindest musikalisch: Álvaro Soler bittet zum Tanz zu seinen Sommerhits - und 5.000 Menschen folgen dem Aufruf laut Veranstalter.

Álvaro Soler bittet in Hamburg zum Tanz

"Mar de Colores" - grelle Farben auf der Bühne

Im Rahmen der "Mar de Colores"-Tour ist der 28-jährige Deutsch-Spanier nach Hamburg gekommen - und taucht die Halle mit seiner hauptsächlich aus zehn runden Lichtelementen bestehenden Bühnenshow in grelle Farben. Den Auftakt zum Latinopop-Hüftschwung-Festival bilden "La Libertad" und "Puebla", gefolgt von "Histerico" und "Ella".

Weitere Informationen
NDR 90,3

Ihr Bild vom Konzert von Alvaro Soler

NDR 90,3

Waren Sie beim Konzert von Alvaro Soler in der Barclaycard Arena in Hamburg dabei? Hier finden Sie die Besucher-Bilder des Abends, die NDR 90,3 von Ihnen gemacht hat. mehr

Er trete erst das zweite Mal in Hamburg auf, sagt Soler und meint, das könne ja eigentlich gar nicht sein, schließlich habe er viele Freunde in der Stadt. Am Vortag hatte er mit seiner Band in Berlin gespielt - "da waren wir nervös, wie die neue Bühne ankommt". Nun sei man zwar immer noch nervös, doch der "unfassbare Abend" in Berlin habe gezeigt, dass das Publikum die Show gut annimmt.

Über Italien zur internationalen Bekanntheit

Mit "El mismo sol" liefert Soler dann auch gleich den Song, der ihn 2015 bekannt gemacht hat. Zunächst schlug der Titel damals vor allem in Italien ein. Auch ein Blick auf seine noch ausstehenden Tourstationen verrät, dass der Mann nicht unbedingt Deutschland als alleinigen Markt hat: Stuttgart, Frankfurt und Mexiko City. Die ungewöhnliche Station am Ende seiner aktuellen Konzertreise zeigt, dass Soler international gefragt ist - vor allem in Südeuropa und Südamerika kommt sein leichter Feelgood-Sound gut an.

Plädoyer für den Plattenspieler

Und diesen Sound hört Soler selbst am liebsten ganz analog. Er hält ein flammendes Plädoyer für den guten alten Plattenspieler - nur so komme die Arbeit, die in der Musik stecke, wirklich zur Geltung, viel besser als durch die einfache digitale Verfügbarkeit.

Er, der beim Streamingdienst Spotify laut seines Managements Hunderte Millionen Abrufe hat, spricht sich also gegen den schnellen Klick, sondern für das wohlige Gefühl, eine Vinylplatte auszupacken und auf den Plattenteller zu legen, aus. "Ich habe mir extra einen Plattenspieler angeschafft, um diese Ansprache so halten zu können", sagt er mit einer großen Portion Selbstironie.

"Song genießen, ganz ohne Handy"

Doch ihm ist es ernst damit, auch aus einem anderen Grund: "Lasst uns den nächsten Song so genießen, ganz ohne Handy", fordert er die Fans auf. Und die meisten folgen ihm und filmen während "Te quiero lento" nicht.

Später können die Handys natürlich nicht in der Tasche bleiben, als Soler durch das Publikum geht und "Esperandoté" inmitten der Fans singt. Auch "Agosto" performt er hier.

Ein Nicht-Tänzer schreibt über den Hüftschwung

Bild vergrößern
Soler selbst findet, dass es albern aussieht, wenn er tanzt - deshalb hat er einen Song darüber geschrieben: "La Cintura".

Zum Höhepunkt des Abends, dem diesjährigen Sommerhit "La Cintura" mit über 160 Millionen Aufrufen bei YouTube, hat Soler einmal gesagt: "Ich bin ziemlich groß und ein schlaksiger Typ, absolut kein Tänzer." Er habe sich gedacht: Warum nicht eine Unsicherheit von sich nehmen - also die Tatsache, dass es albern aussieht, wenn er tanzt - und darüber schreiben. "Wenn ich einfach ehrlich bin, wird es am Ende vielleicht sogar eine Stärke", sagte Soler - und "La Cintura" (die Hüfte) wurde ein Megahit, der noch immer viele Hüften weltweit in Bewegung versetzt. So auch in Hamburg. Gut, dass der Veranstalter auf Bestuhlung im Innenraum verzichtet hat.

"Sofia" kommt zum Schluss

Als Zugabe gibt es "El Camino" - und klar, dass der Weg unweigerlich zum größten Soler-Hit führt: Mit "Sofia" endet der Konzertabend. Der Song wurde in 17 Ländern zum Nummer-Eins-Hit und hat vor drei Jahren Solers Karriere einen weiteren Schub gegeben. Als Mahner für das ungestörte analoge Empfinden stößt der Musiker spätestens jetzt an seine Grenzen: Viele Handys sind draußen und filmen auch beim ausgelassenen Tanzen mit.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 16.09.2019 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:52
Hamburg Journal
02:22
Hamburg Journal
02:31
Hamburg Journal