Stand: 15.07.2020 06:44 Uhr  - NDR 90,3

Altkleider: Stadtreinigung baut Container ab

Ein Altkleider-Container in Hamburg. © NDR Foto: Zeljko Todorovic
In der Corona-Zeit haben viele Menschen ausgemistet. Nun bricht die Nachfrage zusammen.

Gleich doppelt kollabiert die Altkleidersammlung: Wegen Corona werden überall Schränke durchsortiert, Kleiderberge verstopfen die Container. Und in den Abnahme-Ländern bricht die Nachfrage zusammen. Kay Goetze, Sprecher der Stadtreinigung Hamburg erklärt NDR 90,3: "Wir bauen bis Ende August unsere 120 haushaltsnahen Textilcontainer ab." Bisher sammelte die Stadtreinigung 2.000 Tonnen Altkleider pro Jahr.

"Fast Fashion" landet in der Müllverbrennung

Grund sei die Billigmode, "fast fashion" genannt. Wegen der minderen Qualität könne man Kleidung kaum noch weiter verwerten. Schon jetzt wandern abgewetzte T-Shirts und Jeans in die Müllverbrennung, um zumindest Heizwärme zu erzeugen. Die Stadtreinigung sammelt aber weiter in den Recyclinghöfen und den drei Stilbruch-Läden in Wandsbek, Altona und den Harburg Arcaden. Zudem bestellt sie beim Fraunhofer Institut im Herbst eine Textilanalyse, was man mit den Fasern sonst anfangen kann.

Minderwertige Kleidung kann nicht weiterverkauft werden

Auch das Rote Kreuz kann minderwertige Altkleider kaum weiterverkaufen, gibt Gutes aber in Hamburg weiter. An seinen 30 Sammelcontainern hängen Schilder: Bitte vorübergehend nichts einwerfen! Vorstand Georg Kamp bittet um eine Pause. Die Kleiderkammern seien übervoll, sagt er. Die Kundinnen und Kunden sollten bewusster einkaufen.

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Altkleider in Plastiksäcken © Fotolia.com Foto: MAK

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.07.2020 | 06:00 Uhr

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