Airbus: Proteste gegen mögliche Auslagerungen

Stand: 18.05.2021 13:25 Uhr

Die Airbus-Beschäftigten auf Finkenwerder üben scharfe Kritik an Plänen zur Umstrukturierung des Unternehmens. Davon betroffen sein könnten noch einmal deutlich mehr Beschäftigte als bislang gedacht, so die IG Metall.

Einige Hundert Beschäftigte Corona-konform vor dem Werkstor, dahinter noch wesentlich mehr: Mit einer Betriebsversammlung unter freiem Himmel haben die Mitarbeitenden am Montagvormittag auf Finkenwerder gegen die Pläne der Airbus-Führung protestiert.

Viele Beschäftigte sollen ausgelagert werden

Konkret geht es darum, dass ein größerer Teil der Beschäftigten in eine neue Gesellschaft wechseln soll, so Emanuel Glass von der IG Metall Hamburg. "Für uns ist das der erste Schritt in einen Abbau von Arbeitnehmerrechten und auch dass Arbeitsplätze abgebaut werden langfristig."

Offanbar nicht nur die Strukturmontage betroffen

Bislang ging die Gewerkschaft davon aus, dass das lediglich die sogenannte Strukturmontage betrifft, wo etwa die Flugzeugrümpfe gebaut werden. Jetzt ist auch die Rede davon, dass die Ausrüstung von Jets eigenständig werden soll, wie Betriebsrat Holger Junge sagte. "Das bedeutet dann, dass um die 4.100 Leute rausgehen. Das ist mehr als die Hälfte der Fertigungsmitarbeiter bei uns."

Airbus war zunächst nicht für eine Stellungsnahme zu erreichen. Am Mittwoch soll es aber ein Gespräch zwischen Managern und Betriebsräten geben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.05.2021 | 13:00 Uhr

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