Vor dem Hintergrund weltweiter Proteste gegen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron demonstrieren Muslime in Hamburg. © NDR Foto: Elke Spanner

250 Menschen bei Muslim-Kundgebung in Hamburg

Stand: 08.11.2020 17:15 Uhr

Vor dem Hintergrund weltweiter Proteste von Muslimen gegen Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben am Sonntag in Hamburg Muslime demonstriert. An dem Protest beteiligten rund 250 Menschen. Der Protestzug unter dem Motto "Wir sind gegen Diskriminierung und für Respekt unseres Propheten Mohammed" zog vom Steindamm zum Rathausmarkt.

Zu der Kundgebung soll das in St. Georg sitzende Al-Azhari-Institut aufgerufen haben, das von den Sicherheitsbehörden als verfassungsfeindlich eingestuft wird. Das Institut stelle die Scharia über das Grundgesetz, sagte ein Sprecher des Verfassungsschutzes zu NDR 90,3. Von den Demonstrierenden hieß es, sie seien einfach nur Muslime und wollten ein positives Bild des Islam in Deutschland verbreiten.

15 Menschen bei Gegendemo

Bei einer Kundgebung von Muslimen in Hamburg zeigt ein Gegendemonstrant das Bild eines ermordeten französischen Lehrers. © NDR Foto: Elke Spanner
Ein Teilnehmer der Gegendemonstration hält ein Bild des ermordeten Lehrers Samuel Paty hoch.

Bei einer unangemeldeten Gegendemonstration mit 15 Teilnehmenden wurden eine Frankreich-Fahne und ein Foto des in Frankreich ermordeten Lehrers Samuel Paty hochgehalten. Dies habe bei den Muslimen zu Unmutsbekundungen geführt, so die Polizei. Es sei aber friedlich geblieben. Paty war umgebracht worden, weil er seinen Schülerinnen und Schülern Mohammed-Karikaturen als Beispiel für Meinungsfreiheit gezeigt hatte.

Macron hatte nach der Ermordung des Lehrers klargestellt, dass er die Veröffentlichung auch religionskritischer Karikaturen von der Meinungsfreiheit gedeckt sehe. Frankreich werde nicht "auf Karikaturen und Zeichnungen verzichten, auch wenn andere sich davon zurückziehen", sagte er bei der Trauerfeier für den von einem Islamisten enthaupteten Lehrer.

Verfassungsschutz warnt

Das Al-Azhari-Institut in St. Georg will nach eigener Darstellung mit einem Kursangebot das friedliche Zusammenleben zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen in Hamburg fördern. Laut Verfassungsschutz wird dort aber ein Islamverständnis vermittelt, das mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung nicht vereinbar ist.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.11.2020 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Ein Obdachloser sitzt auf einem Hotelbett © picture alliance/Daniel Reinhardt/dpa Foto: Daniel Reinhardt

Wohnungslose in Hamburg: Während der kalten Monate ins Hotel

Ein Hamburger Kollektiv bringt obdachlose Menschen bis März in einem einfachen Hotel unter. Die Initiatoren sind gemeinnützige Organisationen. mehr

Blaulicht eines Polizeiwagens. © picture alliance / dpa Foto: Christophe Gateau

Friseur soll Kunden Haarschere in Rücken gerammt haben

In einem Friseursalon in Hamburg-Billstedt haben sich am Sonnabend ein Friseur und ein Kunde zunächst geschlagen. mehr

Einweihung der A7 Rampe. © NDR Foto: Reinhard Postelt

Vollsperrung der A7 in Hamburg bis Sonntagfrüh

Bis Sonntagmorgen ist die A7 zwischen Hamburg-Volkspark und Hamburg-Heimfeld in beide Richtungen voll gesperrt. mehr

St. Michealis Hamburg von Innen © NDR/Katharina Wendt

Hamburger Kirchen erstrahlen in der Adventszeit

Als Zeichen der Hoffnung: Von Wilhelmsburg über Sasel bis nach Osdorf werden an jedem Adventswochenende Kirchen in Hamburg beleuchtet. mehr