Hörspiel

Coriolanus

Mittwoch, 05. Januar 2022, 20:00 bis 21:30 Uhr

Coriolanus in einem Kupferstich von Charles Heath nach Zeichnung von Henry Corbould. © picture alliance / akg-images Foto: Charles Heath

Hörspiel nach dem gleichnamigen Theaterstück von William Shakespeare

"Coriolanus" wird meist als Letzte der Shakespeareschen Tragödien eingeordnet. Das vermutlich 1609 entstandene Alterswerk liest sich wie ein brandaktueller Politthriller über Krieg und Populismus: In Rom hungert das Volk. Getreide ist zwar genügend vorhanden, doch nur wenige können es bezahlen. Die Regierung muss die Kornspeicher vor Übergriffen schützen, denn man verlangt die sofortige Verteilung. Der Republik droht der Aufstand. Da meldet sich Caius Martius, verdienter Kriegsheld zahlreicher Schlachten, zu Wort. Er verteidigt die Haltung der Regierung – jedoch nicht mit diplomatischem Geschick, sondern mit deutlicher Verachtung des Volkswillens. Angestachelt durch die Schmähung ist das Volk umso mehr entschlossen, sich ein politisches Mitspracherecht zu erkämpfen – als plötzlich die verfeindeten Volsker die Unruhen nutzen, um einen blutigen Feldzug gegen Rom zu beginnen. General Caius Martius zieht mit seinem Heer gegen die angreifenden Volsker in die Schlacht und erkämpft durch großes Geschick den Sieg bei Corioles, was ihm den Titel Coriolan einbringt. Doch als er, zurück in Rom, eine politische Karriere anstrebt, wird ihm seine Selbstherrlichkeit zum Verhängnis. Coriolan beschimpft das Volk und seine Vertreter auf das Übelste und verlässt Rom schließlich, da ihm die Verbannung droht. Der einstige Held ist gefallen doch die Tragödie hat gerade erst begonnen...

Der englische Dramatiker William Shakespeare ist wahrscheinlich der bekannteste Dichter der Welt. Während seine Werke in alle gängigen Sprachen übersetzt und weltweit aufgeführt werden, weiß man über sein Leben nur wenig. Selbst das genaue Geburtsdatum von William Shakespeare ist nicht genau überliefert. Wahrscheinlich wurde er aber drei Tage vor seiner Taufe am 26. April 1564 in der nahe Birmingham gelegenen Ortschaft Stratford-upon-Avon geboren. Er stammt offenbar aus einem wohlhabenden Elternhaus: Sein Vater John war Handschuhmacher, Ratsherr und zwischenzeitlich Bürgermeister von Stratford. Seine Mutter Mary stammte aus einer angesehenen katholischen Familie. Die Dokumente über Shakespeares Leben sind ansonsten spärlich: Es gibt kaum Handschriftliches von ihm, keine Berichte von Freunden oder verbürgte Anekdoten. Überliefert ist, dass er nach dem Besuch der örtlichen Lateinschule die Bauerntochter Anne Hathaway heiratete, mit der er drei Kinder bekam. Ab 1592 lebte er in London, schloss sich einer Schauspieltruppe an und etablierte sich als Autor. Er schrieb Komödien, Historiendramen und Tragödien, gelegentlich trat er auch aus Schauspieler auf. Mit 46 Jahren kehrte er nach Statford zurück, wo er seinen Lebensabend verbrachte. Als er am 23. April 1616 starb, verfügte er über einen umfangreichen Besitz.

Coriolanus

Mit: Günter Strack (Coriolanus), Joana Maria Gorvin (Volumnia), Julia Fjorsen (Virgilia), Robert Meyn (Menenius), Benno Sterzenbach (Cominius), Joachim Rake (Titus Lartius), Richard Lauffen (Sicinius), Günther Ungeheuer (Brutus), Heinz Klevenow (Aufidius), Herbert A. E. Böhme (Hauptmann des Aufidius).

Technische Realisation: Wilhelm Hagelberg, Anne Zwolle und Marianne Abegg.
Regieassistenz: Willy Lamster.
Regie: Gerlach Fiedler.
Produktion: NDR 1966.
Redaktion: Michael Becker.

Weitere Informationen
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