Der Schlagzeuger Charlie Watts an seinen Drums © picture alliance / Chris Tuite/imageSPACE/MediaPunc | imageSPACE

Paul McCartney: "Charlie war ein Fels"

Stand: 25.08.2021 12:51 Uhr

Die Musikwelt trauert um Charlie Watts, den Schlagzeuger der Rolling Stones, der gestern im Alter von 80 Jahren gestorben ist. Viele Fans sind traurig, aber auch viele Kolleginnen und Kollegen haben sich geäußert.

von Ocke Bandixen

Ein leeres Schlagzeug. Sein Schlagzeug. Das ist die veröffentlichte Reaktion des Stones-Gitarristen Keith Richards auf Twitter. Freund, Bandpartner seit beinahe 60 Jahren. Mick Jagger und Ronnie Wood stellten Fotos ihres Freundes online. Ron Wood nannte Charlie Watts seinen Zwilling, den er schrecklich vermisse.

 

Weltweit haben Menschen ihrer Trauer Ausdruck gegeben und in Social-Media-Kanälen Fotos von Charlie Watts gepostet: lächeln, grinsend, konzentriert, mal als cooler Rock-Drummer von früher. Oder ein Bild aus den letzten Jahren: der Gentleman am Schlagzeug. "Charlie war ein Fels, ein fantastischer Schlagzeuger, ein liebenswerter Typ. Ich werde dich immer lieben", sagt Paul McCartney in einem Video auf Twitter und drückt seine Zuneigung und seine Trauer aus, in Gedanken bei der Familie.

Charlie Watts: Vorbild und Beispiel für viele

"Beständig, präzise, cool. Du warst immer über mir und unter mir," schrieb Mick Fleetwood, der Schlagzeuger und Kopf von Fleetwood Mac. Er meinte mit "über ihm", höher einzuschätzen als Künstler. Und "unter ihm", als Basis. Denn Charlie Watts, mit seiner klaren Art Schlagzeug zu spielen, war für viele ein Vorbild und Beispiel.

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Wolfgang Niedecken von BAP beschrieb ihn als den Herzschlag der Rolling Stones. BAP waren 1982 gemeinsam auf Tour in Deutschland.

Er spielte genau, was nötig ist, schrieb Joan Jett, nicht mehr und nicht weniger. Sheryl Crow nannte Charlie Watts einen Helden. Stewart Copeland, der Schlagzeuger von The Police, sprach von ihm als einem ikonischen, stillen Giganten.

Kühler Kopf zwischen Mick Jagger und Keith Richards

Die große Wertschätzung kam sicher nicht nur durch seine musikalischen Fähigkeiten, sondern auch durch seine trockene, britische, humorvolle, aber vor allem zurückhaltende Art. Zwischen den Superstars Mick Jagger und Keith Richards hatte eben einer immer einen kühlen Kopf bewahrt. Und das war Charlie Watts.

Auf der Homepage der Rolling Stones selbst ist in diesen Stunden nur ein großes Bild von ihm zu sehen: Charlie Watts, lächelnd, der Gentleman des Rock. Weiterklicken ist unmöglich, keine weiteren Informationen, keine Tourdaten, kein Shop. Ob die Rolling Stones überhaupt wieder auftreten werden, ist zur Stunde noch ungewiss. Informationen der Band selbst gibt es dazu nicht.

Ringo Starr, ein Jahr älter als Charlie Watts, postete ein Foto von sich und dem Stones-Drummer: lachend, Freunde, irgendwo backstage. Beide halten zwei Schlagstöcke fest, jeder an einem Ende. Und schrieb: "Wir werden dich vermissen, Mann!"

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Der Schlagzeuger Charlie Watts während eines Auftritts. © picture alliance / National Jazz Archive/Heritage I | Brian Foskett

Charlie Watts im Alter von 80 Jahren gestorben

Er war der Gegenentwurf zu Jagger und Richards, und derjenige, der die Stones zusammenhielt: Charlie Watts ist im Alter von 80 Jahren gestorben. extern

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 25.08.2021 | 09:55 Uhr

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