Leonard Bernstein Award an Isata Kanneh-Mason verliehen

Stand: 21.08.2021 10:33 Uhr

Die britische Pianistin Isata Kanneh-Mason hat am Freitag in Lübeck den Nachwuchspreis des Schleswig-Holstein Musik Festivals entgegen genommen. Zusammen mit dem SHMF-Orchester unter Christoph Eschenbach spielte sie Clara Schumanns 1. Klavierkonzert.

von Mechthild Mäsker

"Das Kriterium, wer den Bernstein Preis bekommt, liegt eigentlich im Namen von Bernstein", erzählt Dirigent Christoph Eschenbach am Rande der Probe vor der Preisverleihung. "Wir suchen Talente, die Qualitäten haben, wie er sie hatte: Menschlichkeit, Können, Wissen, tiefe Musikalität und natürlich die technischen Voraussetzungen. Und Isata hat das wunderbarerweise und spielt das wunderbar aus. Und ihr Charisma - eine Sache, die Bernstein auch so unglaublich präsent hatte - spielt ebenfalls eine große Rolle."

Isata Kanneh-Masons Spiel: frisch, direkt und aus dem Herzen

Was Isata Kanneh-Mason auch hat, ist eine frische, direkte und eigene Interpretation der Musik Clara Schumanns. Ihr Debütalbum "Romance" ist dieser Komponistin gewidmet. Sie spielt die Werke so, wie sie die Musik im Herzen fühlt - so beschreibt es die junge Pianistin, und das gilt ganz besonders für das Klavierkonzert Nr. 1.

"Ich glaube, es ist ein wundervolles Stück, es wird nicht sehr oft gespielt, und es ist das erste Stück, dass ich aufgenommen habe für mein Album", erzählt Kanneh-Mason. "Seither bin ich immer wieder zu ihrer Musik zurückgekommen, denn sie ist eine tolle Komponistin. Das ist ja kein gewöhnlicher Beruf für eine Frau, und ihre Musik ist einfach wunderschön. Ich fühle mich sehr verbunden mit ihr."

Christoph Eschenbach: "Clara-Schumann-Konzert immens schwierig"

Die Pianistin Isata Kanneh-Mason bei der Probe mit dem SHMF Orchester unter Christoph Eschenbach vor der Preisverleihung des Leonard Bernstein Awards © NDR Foto: Mechthild Mäsker
Isata Kanneh-Mason bei der Probe mit dem SHMF Orchester unter Christoph Eschenbach vor der Preisverleihung des Leonard Bernstein Awards

Eschenbach hat die Pianistin und das diesjährige Festivalorchester mit seinen ebenfalls jungen Talenten aus aller Welt zu großem Klang zusammengeführt, und das bei einem anspruchsvollen Werk. "Das Clara-Schumann-Konzert ist immens schwierig, technisch gespickt mit Schwierigkeiten, das meistert sie hervorragend", sagt der Maestro. "Im langsamen Satz, einem Solo begleitet vom Solo-Cellisten, kann sie die ganze Musikalität ausspielen."

Mit 10.000 Euro ist der Bernstein Award dotiert, eine Unterstützung für den Karriereweg der Nachwuchstalente, die immer wieder auch zum Schleswig-Holstein Musik Festival eingeladen werden. Kanneh-Mason, die älteste von sieben musizierenden Geschwistern, konnte als Stipendiatin des Elton John Scholarship Funds Musik studieren. Sie weiß, wie wichtig solche Förderung ist: "Ich erinnere mich daran, wie aufgeregt ich war, und wie geehrt ich mich fühlte und wie wichtig es war, dieses Stipendium zu haben. Und natürlich war es etwas Besonderes, dann mit Elton John in Los Angeles aufzutreten. Es war mein erstes Konzert mit Musik außerhalb der Klassik, außerdem habe ich die Viola gespielt."

Standing Ovations für die Pianistin

Aber das Piano ist doch ihr Lieblingsinstrument. Beim Schleswig-Holstein Musik Festival hat sie ihr Ausnahmetalent unter Beweis stellen können: mit dem Klavierkonzert und auch mit Gershwins Prelude No. 1, der Zugabe, die das Publikum mit Standing Ovations eingefordert hat.

NDR Kultur hat das Konzert mit der Preisträgerin Isata Kanneh-Mason aufgezeichnet. Sie hören es am Sonntag, 15. November, um 11 Uhr in der Sendung Das Sonntagskonzert.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 21.08.2021 | 19:30 Uhr

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