Stand: 12.01.2018 15:34 Uhr

Erpressung um geklautes Nolde-Bild gescheitert

Dieses Bild wurde 2014 geklaut: "Christus zu Emmaus" aus der Kirche von Ølstrup.

Das Ende eines Kunstkrimis: Das Gemälde "Christus zu Emmaus" ("Middag i Emmaus") von Emil Nolde, für das unbekannte Täter ein Lösegeld erpressen wollten, kehrt nun in die Ølstruper Kirche in der Nähe von Ringkøbing im Westen Dänemarks zurück. Es war im März 2014 gestohlen worden. Sein Wert wird auf 1,3 Millionen Euro geschätzt. Zunächst gab es keine heiße Spur.

Lösegeldforderung bei Nolde Stiftung eingegangen

Doch zweieinhalb Jahre nach dem Raub meldete sich laut Polizei ein mutmaßlicher Erpresser unter dem Pseudonym "Kulturfreund" bei der Nolde Stiftung Seebüll (Kreis Nordfriesland) - verschlüsselt über das Internet. Für eine "Aufwandsentschädigung" in Höhe von 130.000 Euro würde er das Gemälde zurückgeben. Die Stiftung schaltete die Polizei ein.

Häftling unter Verdacht

Die Fahnder bekamen schließlich bei ihren Ermittlungen einen Hinweis auf eine Anwaltskanzlei in Schleswig-Holstein. Bei einer Durchsuchung im November vergangenen Jahres stieß die Polizei hier auf eine heiße Spur: Ein zu dem Zeitpunkt inhaftierter Mann soll aus dem Gefängnis heraus die unbekannten Gemäldediebe bei der versuchten Erpressung unterstützt haben.

Ende gut - fast alles gut

Die Staatsanwaltschaft Flensburg verhandelte nach eigenen Angaben mit dem Häftling und hatte Erfolg: Sie konnte ihn dazu bewegen, die Rückgabe des Gemäldes an die Ermittlungsbehörden zu vermitteln. Am 22. Dezember vergangenen Jahres wurde das Nolde-Bild schließlich über einen Rechtsanwalt der Staatsanwaltschaft übergeben und kommt nun zurück nach Dänemark. Danmarks Radio berichtete, die Ølstruper Pastorin Inge-Dorthe Brønden Kaasgaard sei überglücklich. Ein fast Happy-End also: Bild wieder da - Täter aber weiter unbekannt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.01.2018 | 15:00 Uhr

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