Stand: 11.03.2019 14:11 Uhr

Ausstellung zeigt, was Holz alles kann

von Peter Helling

Holz - das Material begleitet uns von Kindesbeinen an. Ob als Spielzeugwürfel, ob als Schreibtisch, als Kleiderschrank oder simpler Stuhl. Inzwischen werden Fahrräder aus Holz gebaut - sogar Hochhäuser. Das Museum der Arbeit zeigt nun, was das Material alles kann. Unter dem Titel "Holz bewegt" werden die Ergebnisse des sechsten norddeutschen Nachwuchswettbewerbs präsentiert. Sechs Preisträger gibt es - unter anderem für Umwelt, Innovation und Gestaltung.

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Alles Holz im Museum

Hamburg Journal -

Im Barmbeker Museum der Arbeit ist die Ausstellung "Holz bewegt" gestartet. Die Exponate sind bis zum 15. Mai. zu sehen. Themenschwerpunkte: "Faszination Holz" sowie "Sinn und Sinne".

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"Das Holz sucht unsere Nähe, und wir suchen auch die Nähe des Holzes, häufig unbewusst. Man kann sagen, in unseren Genen sind wir immer noch Waldmenschen", sagt Johannes Jürgensen, der Initiator des Wettbewerbs "Holz bewegt". Wie zum Beweis reicht er eine Schale mit Spänen von der Zirbelkiefer herum. Jeder soll man dran riechen. Holz als sinnliches Erlebnis.

Kunst aus Holz - von groß bis klein

"Ich finde so eine Kiefer, die nach Harz riecht, ausgesprochen gut. Eiche mag ich auch. Unter den Laubbäumen mag ich ganz gerne Apfel, weil der so lebendig ist", schwärmt Jürgensen. Holz weckt Leidenschaft und es lässt sich beliebig verarbeiten. Was die Ausstellung beweist: Rund 50 Objekte aus Holz, winzig klein, zimmergroß, vom Holz-Portemonnaie bis zur riesigen Holz-Libelle, von der Massage-Wand bis zu Mini-Baumhäusern. Gebaut wurden sie von Kindern im Naturkinderladen "Pinocchio" in Klein Borstel. Einer der Baumeister ist Hannes: "Die Baumstämme waren da. Als erstes haben wir daraus die Platte gebaut und dann den Untergrund. Dann haben wir uns überlegt, wie groß, wie eckig, und so weiter. Dann haben wir weiter gebaut, nachgedacht - und später kam dann das raus."

Schülerprojekte neben Meisterwerken

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Henri Jesper Petersson hat ein Surfbrett aus Holz und einem Teil Treibgut gebaut.

Die kleinen Baumhausmodelle haben den diesjährigen Umweltpreis gewonnen. Johannes Jürgensen ist begeistert von der Vielfalt der Stücke. Er zeigt auf eine lebensgroße Pferdeskulptur, die Schüler und Schülerinnen aus ganz Europa aus Ästen gebaut haben. "Wenn das Pferd oder diese Baumhäuser von den Kindern neben exzellenten Meisterstücken stehen, das belebt sich doch gegenseitig", erzählt er. Ein Meisterstück ist eine elegante Anrichte aus dem Holz der Oliv-Esche. "Ab einem bestimmten Alter, ab 80 Jahren, kann eine Spontanverkernung stattfinden," erklärt Initiator Jürgensen. "Dadurch ergibt sich ein noch spannenderes Bild, weil noch mehr Farben in der Maserung verlaufen. Da hatte ich das Glück, dass ich einen solchen Stamm in Grevesmühlen kriegen konnte."

Der Hamburger Tim Jessen hat den Preis für Produktqualität gewonnen. Seine Anrichte hat den schönen Namen "Firmament". "Vom Korpus ist er total schlicht", erzählt Jessen. "In den Türen haben wir nur zwei unterschiedlich starke Streben, ein Grundgerüst, das überblattet ist, und in einem Punkt drei Sprossen übereinander laufen. Das baut dann wiederum eine ganze Fläche auf."

Holz - ein Material der Sinne

Das diesjährige Motto des Wettbewerbs heißt "Sinn und Sinne". Initiator Johannes Jürgensen kommt aus dem Schwärmen nicht mehr raus: "Das Holz arbeitet, es bewegt sich ständig, es ist ständig im Fluss im Gegensatz zu anderen Materialien, die keine Feuchtigkeit aufnehmen und auch nicht abgeben können. Der zweite Punkt der Bewegung ist: Wenn es gut eingesetzt ist, sowohl im Wohnraum als woanders, bewegt das Material uns - auf andere Gedanken zu kommen, mal innezuhalten."

Holz bewegt, auch über Wellenkämme hinweg. Henri Jesper Petersson hat ein Surfbrett entworfen, das einen Kern aus Treibholz hat. Und von Jasper Kreft kommen hauchdünne Hocker aus Eiche, die mühelos einen ganzen Menschen tragen und nicht wackeln. "Es sind diese vielfältigen Eigenschaften, die Holz so mitbringt. Es ist statisch gesehen ein irres Material", sagt Kreft.

Der Mensch will zurück zur Natur

Holz erlebt einen Boom. Inzwischen baut man sogar ganze Hochhäuser aus dem Material. Es liegt im Trend, ist ein natürlicher Rohstoff, recycelbar und unfassbar flexibel. Aber für Johannes Jürgensen gibt es noch einen tiefer liegenden Grund: "Hunderttausend Jahre und mehr haben wir als menschliche Wesen im Wald verbracht und haben die Bäume genutzt als Nahrung, als Wohnung, als Heilmittel. Die Bäume haben den Menschen eigentlich alles gegeben, was sie zum Leben brauchten."

Die Ergebnisse der sechsten Ausgabe des norddeutschen Nachwuchswettbewerbs "Holz bewegt" sind bis 13. Mai im Museum der Arbeit in Barmbek nicht nur zu sehen - sondern auch zum Ausprobieren und zum Anfassen.

Werke aus der Ausstellung "Holz bewegt"

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 12.03.2019 | 19:00 Uhr

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