Hamburger Ausstellung ehrt "Lebenskünstler Janosch"

Stand: 30.09.2021 17:55 Uhr

"Das Leben ist ein verdammt schönes Vergnügen", hat Janosch gesagt. Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe widmet dem Vater der Tigerente eine Ausstellung.

von Kerry Rügemer

Klein, gelb mit schwarzen Streifen und roten Rädern: Das ist die Tigerente, die so gut wie Jeder kennt! Ihr Vater? Janosch, der mit rund 150 Büchern und seinen wunderbaren Illustrationen Generationen begeistert. Jetzt widmet das MKG, das Museum für Kunst und Gewerbe, Janosch anlässlich seines 90. Geburtstages eine große Ausstellung mit dem Titel "Lebenskunst".

Mittendrin in Janoschs Welt mit Wondrak und dem kleinen Tiger

Tiger und Bär © Janosch film & medien AG, Berlin
Janoschs Figuren haben unzählige Fans. In dieser Ausstellung sind sie auf vielfältige Art zu sehen.

Ein sprechender, roter Emailletopf mit ziemlich echt aussehendem Eintopf darin begrüßt die Besucher. Dann öffnet sich die Tür und man ist mittendrin in Janoschs Welt! Der kleine Tiger mit seinem Freund dem Bären, Günter Kastenfrosch und natürlich Janoschs Alter Ego Wondrak, der schnauzbärtige Herr im Tigerstreifenanzug mit Pantoffeln!

Rund 150 Originalzeichnungen und Aquarelle sind hier zu sehen: In Rahmen kurz unter der hohen Decke, dafür muss man dann auf eine Leiter steigen. Oder ziemlich niedrig, knapp über dem Boden. Alles Absicht, erzählt Kuratorin Caroline Schröder: "Ganz viele Bilder hängen so tief, dass man sie als mittelgroßer Erwachsener schwer sehen kann, damit man sie als Kind gut erkennen kann. Wir haben uns hier wirklich bemüht, einen möglichst inklusiven Zugang zu schaffen."

Janosch-Filme wie "Post für den Tiger" sind zu sehen

Ausstellungstexte in einfacher Sprache, Filme in Gebärdensprache und Audiobeschreibungen gibt es, damit wirklich alle Fans hier auf ihre Kosten kommen. Und was es hier nicht alles zu erleben gibt: In einem blau gekachelten Schwimmbadraum kann man sich auf eine Liege legen und Janoschs Geschichten lauschen; im grünen Postkartenraum daneben kann man seinen Liebsten eine Karte mit eigenen Lebensweisheiten schreiben und gleich in einen echten Postkasten werfen. Oder man kann sich im Kinorraum drei verschiedene Janosch-Filme anschauen. Zum Beispiel "Post für den Tiger".

Kirche, o. D., Aquarell auf Leinwand, Art 28 Kunsthandel & Gallery, Tübingen © Janosch film & medien AG, Berlin
Für Museumsdirektorin Tulga Beyerle ist Janosch ein großer Künstler. Auch das zeigt diese Ausstellung.

Tulga Beyerle, Direktorin des Museums, sieht den ganz besonderen Reiz von Janosch: "Ich schaue in strahlende Augen, wenn ich 'Janosch' sage. Denen geht das Herz auf, den Menschen. Das andere ist: Er ist ein hervorragender Illustrator. Er ist wirklich ein ausgezeichneter, ungewöhnlicher, eigenständiger Illustrator, der uns alle sehr geprägt hat und als solcher ist er ein sehr wichtiger, angewandter Künstler."

Janoschs Lebenskünstler Wondrak hat einen eigenen Raum

Herrlich ist der Raum mit Wondraks Büro. Dieser wahre Lebenskünstler hat von 2013 bis 2019 LeserInnen des Zeitmagazins allwöchentlich wertvolle Ratschläge gegeben. Zum Beispiel auf die Frage, was man gegen Einsamkeit tun kann. Der Tipp: Essen, am besten weiße Bohnen mit Würstchen! Wondraks Lebenskunst kann hier auch gleich ausprobiert werden: Im Kopfstand die Dinge mal aus einer anderen Perspektive betrachten oder sich auf einen der seltsamen Stühle aus einem Stein oder vielen Plüschtieren setzen.

Illustrator Janosch bei der Arbeit © Janosch film & medien AG, Berlin
Der Lebenskünstler Janosch lebt heute auf Teneriffa. Die Ausstellung ist eine Hommage an ihn und sein Werk.

Ein ganz berühmtes - und typisches - Zitat Janoschs hat Caroline Schröder besonders zum Ausstellungstitel "Lebenskunst" inspiriert: "Man wird ins Leben rein geworfen wie ins kalte Wasser, nicht gefragt, ob man' s will oder nicht. Und dann gibt es verschiedene Möglichkeiten: Darin zu ersaufen, frustriert aufzugeben, einen Sinn zu suchen – oder man sagt: Mensch toll, kaltes Wasser, da wollte ich schon immer rein, was für ein Vergnügen!"

Eine zauberhafte Hommage an den Künstler Janosch

"Das Leben ist ein verdammt schönes Vergnügen", das hat Janosch einmal gesagt. Heute lebt er zurückgezogen auf Tenerifa und arbeitet auch nicht mehr. Diese Ausstellung mit witzigen Ideen und den vielen Originalzeichnungen ist eine zauberhafte Hommage an den Künstler. Besucher lässt sie tief in Janoschs Welt eintauchen und träumen! Zu sehen ist die große Janosch-Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe von Sonntag an und noch bis zum 13. März 2022.

Weitere Informationen
Der Kinderbuchautor Janosch vor einer großen Zeichnung von Tiger und Bär © picture alliance / dpa Foto: Roland Weihrauch

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Blick aufs Museum für Kunst und Gewerbe. © NDR Foto: Ralf Meinders

Kulturpartner: Museum für Kunst und Gewerbe

Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) ist eines der wichtigsten Häuser für Gestaltung in Deutschland. extern

Hamburger Ausstellung ehrt "Lebenskünstler Janosch"

"Das Leben ist ein verdammt schönes Vergnügen", hat Janosch gesagt. Hamburgs Museum für Kunst und Gewerbe widmet ihm eine Ausstellung.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Steintorplatz
20099 Hamburg
Telefon:
(040) 428 13 48 80
E-Mail:
service@mkg-hamburg.de
Öffnungszeiten:
Montag: geschlossen
Dienstag bis Sonntag: 10-18 Uhr
Donnerstag: 10-21 Uhr
Donnerstag an oder vor Feiertagen: 10-18 Uhr
Kassenschluss jeweils 30 Minuten vor Schließung des Museums.

1. Mai, Heiligabend und Silvester ist das Museum geschlossen.
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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 30.09.2021 | 19:00 Uhr