Stand: 25.05.2019 21:55 Uhr

Cannes: Goldene Palme für Satire "Parasite"

von Patricia Batlle

Die Jury der 72. Filmfestspiele in Cannes hat den Film "Parasite" des Regisseurs Bong Joon-ho am Sonnabend mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Der Südkoreaner hatte am Wettbewerb mit einer Mischung aus Thriller und kapitalismuskritischer Gesellschaftssatire teilgenommen. In dem Film geht es um eine reiche Familie und ihre Diener, die aus einer armen Familie stammen. Es ist die erste Goldene Palme für Südkorea. "Ich bin großer Filmfan seit meinem zwölften Lebensjahr und wollte schon immer Regisseur werden. Dieser Preis ist unglaublich für mich", sagte der 49-jährige Bong Joon-ho bei der Preisverleihung. In der Wettbewerbsjury unter Vorsitz des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu waren viele Regisseure vertreten. Darunter Pawel Pawlikowski, Yorgos Lanthimos ("The Favourite") und Kelly Reichardt sowie Alice Rohrwacher.

Cannes: Siegerfilme, Palmen und Stars

Antonio Banderas und Emily Beecham beste Schauspieler

Antonio Banderas als alternder Regisseur in der Küche - Szene aus "Dolor y Gloria" von Pedro Almodóvar © studio canal el deseo 2019 Foto: Manolo Pavón

Abschlussbilanz der Filmfestspiele in Cannes

NDR Kultur - Klassisch in den Tag -

NDR Kultur Filmkritikerin Katja Nicodemus zieht vor der Palmenvergabe eine Bilanz der 72. Festspiele von Cannes. Zu den Favoriten gehört Pedro Almodovars Alterswerk "Dolor y Gloria".

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Die Palme als bester Schauspieler erhielt der Spanier Antonio Banderas für seine Darstellung eines alternden schwulen Regisseurs, der keine Filme mehr drehen kann, in "Leid und Herrlichkeit" von Pedro Almodóvar. "Es ist kein Geheimnis, dass es sich bei meiner Figur Salvador um Pedro Almodóvar handelt", sagte Banderas und dankte seinem Regisseur und Mentor, mit dem er in 40 Jahren acht Filme gedreht hat. "Ich schulde ihm alles - und das Beste kommt noch".

Die Britin Emily Beecham bekam ihre Palme als beste Schauspielerin vom Gael García Bernal überreicht. Sie spielt im Pflanzenhorrorfilm "Little Joe" der Österreicherin Jessica Hausner eine allein erziehende Mutter und Wissenschaftlerin, die besondere Blumen züchtet. Deren Duft soll die Menschen glücklich machen.

Großer Preis der Jury für Debütfilm von Mati Diop

Die belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne erhielten den Preis für die beste Regie für ihren Film "Le Jeune Ahmed". Die Französin Céline Sciamma musste sich mit dem Preis fürs beste Drehbuch für "Portrait Of A Lady On Fire" begnügen. Ihr Film war als Favorit für die Goldene Palme gehandelt worden. Dafür konnte sich die Regisseurin Mati Diop umso mehr freuen: Sie war mit ihrem Debütfilm "Atlantique", einem märchenhaften Drama, als erste schwarze Frau im Wettbewerb gestartet und erhielt auf Anhieb den zweitwichtigsten Preis des Festivals: den Großen Preis der Jury. Die Filme von Quentin Tarantino, Terence Malick und Ken Loach gingen leer aus. Alle weiteren Preise des Festivals finden Sie hier.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 20.05.2018 | 14:20 Uhr