Stand: 17.11.2019 08:55 Uhr

"Was gewesen wäre": Frische Liebe auf dem Prüfstand

Was gewesen wäre
, Regie: Florian Koerner von Gustorf
Vorgestellt von Krischan Koch

Ronald Zehrfeld gehört zu den profiliertesten deutschen Schauspielern. Er hat Störtebeker gespielt, den Polizisten in Dominik Grafs gefeierter Fernsehserie "Im Angesichts des Verbrechens" und zuletzt den Privatermittler "Dengler". Seit Mitte November ist er zusammen mit Christiane Paul in einer Liebesgeschichte zu sehen: "Was gewesen wäre".

Christiane Paul als Astrid und Ronald Zehrfeld als Paul (l.) - Szene aus dem Film "Was gewesen wäre" © Farbfilm Foto: Reinhold Vorschneider

Filmtrailer: "Was gewesen wäre"

Florian Koerner von Gustorfs Debütfilm "Was gewesen wäre" erzählt in unaufdringlichen Bildern und ohne Melodramatik von den Schwierigkeiten in einer noch frischen Beziehung.

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Für Astrid und Paul ist es ihre erste gemeinsame Reise. Die beiden Endvierziger sind erst seit wenigen Wochen zusammen. Jetzt wollen sie ein romantisches Wochenende in Budapest in dem traditionsreichen Hotel Gellért verbringen. Für die frische Beziehung zwischen der Ärztin (gespielt von Christiane Paul) und ihrem ehemaligen Patienten (Ronald Zehrfeld) ist es so etwas wie eine Nagelprobe.

Überraschendes Wiedersehen mit Astrids Jugendliebe

Dann entdeckt Astrid im Restaurant ein paar Tische weiter Julius, ihre erste große Liebe, die sie vor dem Mauerfall in Ost-Berlin kennengelernt und seitdem nie wiedergesehen hat. Natürlich geht Astrid zu Julius an den Tisch hinüber. Sofort wird Champagner geordert, um das Wiedersehen zu feiern.

Die aktuellen Gefühle zu Paul konkurrieren auf einmal mit einer längst vergangenen Romanze. Der neue Freund ist reichlich verunsichert. So hatte Paul sich das romantische Budapest-Wochenende nicht vorgestellt. Das Schwimmen in dem historischen Jugendstil-Bad im Gellért verläuft alles andere als harmonisch.  

"Was gewesen wäre": Erzählung mit vielen Rückblenden

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Vor vielen Jahren hatte Astrid (Mercedes Müller) eine leidenschaftliche Beziehung mit Julius (Sebastian Hülk).

Regisseur Florian Koerner von Gustorf blendet immer wieder in die Vergangenheit zurück. Zu DDR-Zeiten hatte die ostdeutsche Astrid den Westler Julius auf einer Künstlerparty kennengelernt. Damals hatten sie ebenfalls in Budapest rauschhafte Tage verlebt. Sie hatten gemeinsam Pläne geschmiedet, die letztlich an den politischen Umständen und ihrem fehlenden Mut gescheitert waren.

In unaufdringlichen eleganten Bildern montiert Florian Koerner von Gustorf in seinem Regiedebüt Gegenwart und Vergangenheit. Neben den Gefühlsturbulenzen geht es dann auch noch um die aktuelle politische Situation in Ungarn. Astrid trifft Künstler, die sich unter Victor Orban und seiner Fidesz-Partei in ihrer Arbeit und Freiheit eingeschränkt fühlen.

Unaufdringliche Bilder ohne Melodramatik

Der vielschichtige Film vermeidet alle melodramatischen Töne. Astrid und Paul sind ein ganz normales Paar. Beide haben gescheiterte Beziehungen hinter sich und Kinder, die sie kaum sehen. Ihre Streitereien wirken beklemmend echt.

Christiane Paul wechselt zwischen cooler Abgeklärtheit und angespannter Nervosität. Ronald Zehrfeld lässt hinter seiner wuchtigen Erscheinung immer wieder Verletzlichkeit und Verlustängste durchscheinen. Eine erwachsene fesselnde deutsche Liebesgeschichte.

Was gewesen wäre

Genre:
Drama
Produktionsjahr:
2019
Produktionsland:
Deutschland
Zusatzinfo:
mit Christiane Paul, Ronald Zehrfeld, Sebastian Hülk
Regie:
Florian Koerner von Gustorf
Länge:
89 Min.
FSK:
ab 6 Jahre
Kinostart:
21. November 2019

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 18.11.2019 | 08:55 Uhr

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