Falcon alias Sam Wilson (links, Anthony Mackie) und Winter Soldier alias Bucky Barnes (Sebastian Stan,. r.) schauen ernst - Szene aus der Disney+ Serie"The Falcon And The Winter Soldier" © Disney+

"The Falcon and the Winter Soldier": Action mit ernsten Themen

Stand: 31.03.2021 06:00 Uhr

Die Marvel-Serie "The Falcon and the Winter Soldier", zu sehen auf Disney Plus, setzt zeitlich nach dem Ende des großen Superheldenfinales "Avengers - Endgame" an. Sie zelebriert nicht nur Action, sondern ist auch mehr als politisch.

von Anna Wollner

Während im Kino die Superhelden Schlange stehen und auf ihren Einsatz auf der großen Leinwand warten, schickt Marvel seine Helden mittlerweile auch in Serie - und nutzt dafür den hauseigenen Streamingkanal. Nach der Serie "Wandavision", die mittlerweile mit allen Folgen online ist, läuft aktuell "The Falcon and the Winter Soldier".

Zwei Avengers spielen Hauptrolle unter Regie von Kari Skogland

Die Avengers Sam Wilson und Bucky Barnes standen bisher eher in der zweiten oder dritten Reihe. Sie bekommen hier nach einem Drehbuch von Malcolm Spellmann und unter der Regie von Kari Skogland ihre erste eigene Serie. Eine Serie, die es auf mehreren Ebenen in sich hat und die etwas Ruhe reinbringen soll ins aufgewühlte Marvel Cinematic Universe, so Regisseurin Skogland. "Wenn 'Endgame' das enorme, spektakuläre, außerweltliche Event war, wollte ich hier genau den Gegenpol schaffen." Sie wolle die Charaktere an Orte bringen, die wir kennen, zu denen wir einen Bezug hätten, so Skogland. "Aber eben auch die Themen ansprechen, für die das MCU steht: Rassismus, Imperialismus." So habe Bucky eine posttraumatische Belastungsstörung, er fühle sich schuldig, müsse damit klarkommen. "Das sind wunderbar dramatische Geschichten, in die ich eintauchen wollte."

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Es ist eine Buddy-Actionkomödie, die die Beziehung zwischen dem Falcon und dem Wintersoldier auslotet, die sich aber auch den großen Themen Schuld und Identität widmet. Bucky hadert mit seiner Vergangenheit, Sam hat das Schild von Captain America geerbt: eine Verantwortung, die ihm zu groß erscheint. Er sagt: "Fühlt sich an, als gehöre er jemand anderem. Dieser Schild repräsentiert eine Menge für sehr viele Menschen."

"The Falcon and the Winter Soldier": fast wie ein Film

Die sechsteilige Serie fühlt sich gerade in der ersten Folge an wie ein Film. Allein die Eröffnungssequenz, in der Falcon minutenlang seine Feinde in der Luft jagt und ausschaltet, ist Action pur. Aber die gut inszenierte Action ist nur das Eine, was es zu einer sehenswerten Serie macht. Das andere ist die Debatte, die hier - drei Jahre nach dem genuin schwarzen "Black Panther"-Superheldenfilm von Marvel weitergedreht wird. Die Serie schafft es spielerisch, das Augenmerk darauf zu legen, was es bedeutet, schwarz zu sein in Amerika; was es bedeutet, ein schwarzer Superheld zu sein.

Das Erbe von "Black Panther" wird fortgesetzt

Falcon alias Sam Wilson (links, Anthony Mackie) und Winter Soldier alias Bucky Barnes (Sebastian Stan,. r.) in einer Szene aus "The Falcon And The Winter Soldier" © Chuck Zlotnick/Disney+/dpa Bildfunk Foto: Chuck Zlotnick
Rassismus und Diskriminierung sind in dieser Serie identitätsstiftender Teil einer Superheldenverfilmung.

Sie führt somit das Erbe von "Black Panther" (mit Chadwick Boseman) fort. "Was mich daran so stolz macht: Wir arbeiten hier mit einer Figur, die bisher sehr weiß war und all diese weißen Werte vertreten hat. Allein die Unterhaltung darüber, ob ein Schwarzer das Schild von Captain America tragen will oder nicht - was es für ihn und seine Gemeinschaft bedeutet, ob das für ihn überhaupt relevant ist. Wir ehren also, was er angefangen hat," erklärt Kari Skogland.

Es sind kleine Momente, in denen genau das durchscheint. Eine Unterhaltung zwischen Sam und der von Don Cheadle gespielten Figur Rhodes über das Erbe von Captain America und Sams Zukunft als Held. Zwei schwarze Superhelden unterhalten sich über ihre Rolle und Zugehörigkeit in einem Feld, das bisher weißen Superhelden vorbehalten war. Oder aber alltägliche Momente, in denen Sam aufgrund seiner Hautfarbe keinen Kredit bekommt oder bei einer Polizeikontrolle sofort drangsaliert wird - während der weiße Bucky neben ihm steht und freundlich hofiert wird. Rassismus und Diskriminierung als identitätsstiftender Teil einer Superheldenverfilmung. Ist Amerika bereit für einen schwarzen Captain America? Im Falle von dieser Serie ist die Antwort eindeutig: ja.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue Filme | 31.03.2021 | 06:40 Uhr

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