Stand: 28.06.2019 17:30 Uhr

"Geheimnis eines Lebens": Spionage ohne Spannung

Geheimnis eines Lebens
, Regie: Trevor Nunn
Vorgestellt von Krischan Koch

Die britische Schauspielerin Judi Dench hat eine beeindruckende Karriere hinter sich. Sie hat lange Jahre Theater gespielt und war Mitglied der Royal Shakespeare Company. Sechsmal war sie für den Oscar nominiert, für "Shakespeare in Love" hat sie ihn 1999 erhalten. Ein größeres Kinopublikum kennt Judi Dench vor allem als James Bonds Chefin "M". Jetzt ist die mittlerweile 84-Jährige in dem Film "Geheimnis eines Lebens" zu sehen.

Trotz seiner Zweifel entscheidet sich Nick (Ben Miles) seiner Mutter Joan (Judi Dench) beizustehens - Szene aus dem Film "Das Geheimnis eines Lebens" © Entertainment One

Filmtrailer: "Geheimnis eines Lebens"

"Geheimnis eines Lebens" basiert auf der wahren Geschichte der englischen KGB-Agentin Melitta Norwood. Doch in der Verfilmung wirkt das wenig echt, eher wie ein rührseliges Hollywooddrama.

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Joan Stanley (Judi Dench) führt ein zurückgezogenes Rentnerinnendasein in einer englischen Vorstadt. Eines Tages steht unverhofft ein Einsatzkommando des MI5 vor ihrer Haustür und verhaftet sie wegen Spionage und Hochverrats. Vor den Augen der neugierigen Nachbarn wird die ältere Dame in Handschellen abgeführt.

Verdacht auf Hochverrat

Als junge Physikerin war Joan während des Zweiten Weltkrieges Teil eines Forscherteams, das an der Entwicklung einer britischen Atombombe arbeitete. In langen penetranten Verhören wird ihre Vergangenheit aufgerollt. Als die "rote Joan" soll sie das geheime britische Atombombenprogramm an die Sowjets verraten haben. Ihr Sohn (Steven Campbell Moore), der sie auch als Anwalt vertritt, mag die Vorwürfe gegen seine Mutter zunächst gar nicht glauben.   

Rückblenden in die Zeit der ersten Atombombe

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Die junge Wissenschaftlerin (Sophie Cookson) soll den Sowjets Geheimnisse verraten haben.

Immer wieder blendet der Film zurück in die 30er- und 40er-Jahre. Er zeigt, wie sich die junge Joan (jetzt gespielt von Sophie Cookson) in den Kommunisten Leo (Tom Hughes) verliebt. Durch ihn sieht sie die Welt und auch den Krieg mit anderen Augen. Der Abwurf der ersten Atombombe über Hiroshima am Ende des Krieges ist für Joan ein politisches Signal. Früh erkennt sie, dass sich im entstehenden Ost-West-Konflikt der Frieden nur durch das Gleichgewicht der Mächte bewahren lässt. Ihr Freund Leo drängt sie, die geheimen Atomwaffenpläne an die Sowjets zu verraten.  

Der Film basiert auf der authentischen Geschichte der englischen KGB-Agentin Melitta Norwood. Doch in der Verfilmung wirkt das wenig echt, eher wie ein rührseliges Hollywooddrama in nostalgischen Kostümen und Kulissen. Auch die Vorwürfe des ahnungslosen Sohnes sind nicht ganz glaubhaft.

Auch Judy Denchs wunderbare Schauspielkunst kann den Film nicht retten

Der Film springt fleißig zwischen den beiden Zeitebenen hin und her. Doch eine Verbindung will nicht recht gelingen. Die Stationen und Ereignisse werden brav abgehakt, das wirkt hölzern und etwas verstaubt. Sophie Cookson nehmen wir die Spionin nicht ganz ab. Allein die wunderbare Judi Dench lässt in einigen viel zu kurzen Momenten Doppelbödigkeit aufblitzen in einem allzu biederen Spionagefilm.  

Geheimnis eines Lebens

Genre:
Spionagedrama
Produktionsjahr:
2019
Produktionsland:
Großbritannien
Zusatzinfo:
mit Judi Dench, Sophie Cookson, Stephen Campbell Moore
Regie:
Trevor Nunn
Länge:
102 Min.
FSK:
ab 6 Jahre
Kinostart:
4. Juli 2019

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 01.07.2019 | 08:55 Uhr

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