Stand: 06.06.2018 11:47 Uhr

Braves Biopic über den Autor von "Pu, der Bär"

Goodbye, Christopher Robin
, Regie: Simon Curtis
Vorgestellt von Bettina Peulecke

Als Kinderbuch ist er ein Klassiker, ebenso als Zeichentrickfilm aus dem Hause Disney: "Pu, der Bär". Weniger bekannt ist, wie es zu den Geschichten des "Bären von geringem Verstand" kam. Der Film "Goodbye Christopher Robin", der am 7. Juni in die Kinos kommt, erzählt genau davon. Im Mittelpunkt stehen dabei die menschlichen Schicksale - und nicht die Tiere.

Zwischen zwei Frauen steht ein Junge mit Stofftier im Arm. Filmszene aus "Goodbye, Christopher Robin". © Fox Deutschland/dpa bildfunk

Filmtrailer: "Goodbye, Christopher Robin"

NDR Info - Kultur -

Fast jeder kennt die Geschichten von "Puh - der Bär". Der Film erzählt, wie der Autor A. A. Milne von seinem Sohn Christopher Robin und dessen Spielzeug inspiriert wurde.

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Vater und Sohn: Domhnall Gleeson (A.A. Milne) und Will Tilston (Christopher Robin) denken sich gemeinsam Geschichten aus.

Nach seinem Dienst als Soldat im Ersten Weltkrieg leidet der gefeierte Theaterautor A. A. Milne an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Er will seine Zeit etwas anderem als Komödien widmen, ein Buch schreiben, das einen weiteren Krieg verhindert. Dafür zieht er mit Frau, Kind und Kindermädchen von London aufs Land, wo er nichts Ernsthaftes zu Papier bringt. Bei einem Streifzug durch den Wald mit seinem Sohn Christopher Robin denken sich die beiden Geschichten über die Stofftiere von Christopher Robin aus. Manchmal dürfen diese fantastischen Tiere mit am Mittagstisch sitzen.

Medienrummel um die Familie Milnes

Pu, I-Ah und Ferkel und natürlich Christopher Robin werden die Hauptfiguren der Geschichten, die Milne später, Mitte der 1920er-Jahre zu seinem Bestseller "Winnie-the-Pooh" verarbeitet. Als die Öffentlichkeit erfährt, dass die Figur Christopher Robins tatsächlich der Sohn des Autors ist, beginnt ein bisher nie gekannter Medienrummel - Paparazzi, Fans und stalkende Journalisten bei den Milnes zu Hause inklusive.

Ungeahnte Folgen des Erfolgs

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Margot Robbie (l.) (Daphne Milne)spielt die Mutter von Christopher, die den Rummel um ihren Sohn noch befördert.

Die Mutter instrumentalisiert das Kind, der Vater steht dem übergriffigen Verhalten ziemlich hilflos gegenüber. Letztlich hat er seinem Sohn durch das Buch und seine Folgen wohl mehr Leid als Freud zugefügt - davon erzählt der Film, aber nicht nur davon.

Das Buch mit anderen Augen sehen

"Goodbye Christopher Robin" zeigt eine adrett inszenierte historische Biographie, die ihrem erwachsenen Publikum scheinbar ein wenig von der Pu-Idylle mitgeben möchte, damit es nicht gänzlich die wunderbare Unbeschwertheit der vermeintlichen Kindheitsidylle vergisst. Aber wer gesehen hat, was der Erfolg der Bücher für den realen Christopher Robin bedeutet hat, der dürfte die Geschichten aus dem Hundert-Morgen-Wald dennoch mit anderen Augen lesen.

Goodbye, Christopher Robin

Genre:
Biografie, Drama
Produktionsjahr:
2017
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
mit Domhnall Gleeson, Margot Robbie, Kelly Macdonald
Regie:
Simon Curtis
Länge:
107 Min.
FSK:
ab 6 Jahren
Kinostart:
7. Juni 2018

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 06.06.2018 | 06:55 Uhr

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