Stand: 04.04.2018 11:50 Uhr

"Ready Player One": Spielbergs Nostalgietrip

Ready Player One
, Regie: Steven Spielberg
Vorgestellt von Bettina Peulecke

Steven Spielberg hat viele Filme gemacht. Dass gleich zwei Werke von ihm zur gleichen Zeit in den Kinos laufen, ist auch für den Ausnahmeregisseur nicht die Norm. Zu dem Politdrama "Die Verlegerin" gesellt sich jetzt sein neuster Genie-Streich: das Fantasy-Science-Fiction-Epos "Ready Player One", basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Ernest Cline.

Filmszene aus "Ready Player One" von Steven Spielberg, Start © 2017 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC.

Steven Spielbergs "Ready Player One"

Der junge Wade (Tye Sheridan) nimmt in Spielbergs Film an der Schnitzeljagd durch eine digitale Kunstwelt teil. Es geht um das Millionenvermächtnis eines Computerspiel-Tycoons.

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Flucht als Parzival in die virtuelle Welt Oasis

"Ich heiße Wade Watts. Den Namen hat mein Dad ausgesucht. Er fand, das klingt so nach 'nem Alter Ego von 'nem Superhelden. Wie Peter Parker oder Bruce Banner. Aber er starb, als ich klein war, meine Mutter auch. Und ich bin hier gelandet, in einer winzig kleinen Ecke im Nirgendwo." Filmzitat

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Parzival (eigentlich Wade Watts) avanciert im virtuellen Spiel zum Favoriten.

Dieses Nirgendwo ist in Steven Spielbergs Science-Fiction-Film "Ready Player One" ein heruntergekommener Vorort in Ohio. Hier leben Menschen in schrottreifen Wohnwagen, die jede Chance nutzen, ihrer tristen Realität zu entkommen. Menschen wie Wade (Tye Sheridan), die, wann immer sie können, spielerisch in die Welt des virtuellen Universums Oasis flüchten. Wenn Wade aus der realen Welt in Oasis unterwegs ist, heißt er Parzival und beteiligt sich an einer Schatzsuche, die der Gründer von Oasis kurz vor seinem Tod ausgerufen hat, James Halliday.

Parzival avanciert bald zum Favoriten des Spiels und schafft sich einen mächtigen Feind: den bösen Konzernchef, dem es sehr ernst ist mit dem Gewinn des Spiels. Er flucht: "Wer ist dieser Parzival und warum gewinnt er? Die Oasis ist die wichtigste Ressource der Weltwirtschaft. Dies ist ein Krieg um die Kontrolle über die Zukunft!"

Gemeinsam ist man stärker

Im Kampf Gut gegen Böse, ob als Mensch oder Avatar, bleibt immer klar: Gemeinsam ist man stärker. So trifft Parzival auf die furchtlose Artemis und eine Handvoll weiterer Mitstreiter, mit denen es sich ganz gut in Oasis überleben lässt.

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Man sieht nur, was man weiß - ein alter Grundsatz.

Spielberg hat die gesamte Palette der Popkultur aus den 70er-, 80er- und 90er Jahre-Filme, Musik und Games in Ausschnitten und Anspielungen neu zusammengemixt. Herausgekommen ist dabei ein augen- und ohrenbetäubendes, überwältigendes Popcornkino-Potpourri. In dem gilt einmal mehr der alte Grundsatz: Man sieht nur, was man weiß. Je mehr man als Zuschauer weiß, desto mehr wird man sie lieben, diese alte Tanzszene aus "Saturday Night Fever" im neuen Glanz der virtuellen Tanzfläche, oder die 3-D-getunte Verfolgungsjagd aus Robert Zemecki's "Zurück in die Zukunft".

Spielberg zitiert seine eigenen Blockbuster

Steven Spielberg hat mit "E.T.", den "Indiana Jones"-Filmen oder "Jurassic Park" Meilensteine des Blockbuster-Kinos inszeniert, die im kollektiven Bewusstsein fest verankert sind. So zitiert sich der Meister zwangsläufig auch selbst in diesem knallbunten Virtual-Reality Zukunftsszenario, das im Grunde ein einziger Nostalgietrip ist.

Ready Player One

Genre:
Science Fiction, / Fantasy
Produktionsjahr:
2018
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
mit Tye Sheridan, Olivia Cooke, Ben Mendelsohn
Regie:
Steven Spielberg
Länge:
140 Min
FSK:
FSK ab 12 Jahre
Kinostart:
5. April 2018

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Neue Filme | 05.04.2018 | 06:55 Uhr

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