Stand: 10.02.2020 09:11 Uhr  - NDR Kultur

"Parasite"-Regisseur Bong Joon Ho im Porträt

von Patricia Batlle

Von Kindesbeinen an wollte der Südkoreaner Bong Joon Ho unbedingt Regisseur werden. Nun wurde er bei den Oscars für seinen Film "Parasite" mit den Oscars für die beste Regie und das beste Orginaldrehbuch geehrt. Außerdem wurde "Parasite" nicht nur als bester internationaler Film ausgezeichnet, sondern wurde als erste nicht-englischsprachige Produktion in der Königskategorie "Bester Film" ausgezeichnet.

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Der 50-jährige Regisseur, Autor, Comiczeichner und Produzent hat die wichtigesten Filmpreise Hollywoods ergattert.

Bong Joon Ho hat mit den Oscar-Auszeichnungen für die beste Regie und das beste Drehbuch den Höhepunkt seiner Karriere erreicht. Der Sieg seiner kapitalismuskritischen Sozialsatire "Parasite" als bester Film bei den Oscars ist überraschend, dennoch ist Bong Joon Ho in Hollywood kein Unbekannter.

Immerhin hat der südkoreanische Regisseur zwei seiner insgesamt sieben Filme auf Englisch gedreht: Den Netflix-Ökothriller "Okja" um eine Art Riesenschwein und ein Mädchen sowie den Streifen "Snowpiercer" über einen Zug, der durch eine Eiszeitwelt rast. Darin zu sehen: Stars wie Chris Evans, John Hurt und Tilda Swinton. "Snowpiercer" basiert auf einer Graphic Novel und kommt in Nordamerika nächstes Jahr auch als Serie ins Fernsehen, Bong Joon Ho hat dabei mitgewirkt. Er hätte übrigens auch Comicautor werden können, denn er zeichnet seine eigenen Drehbücher samt Dialogen als Storyboards.

Internationaler Durchbruch mit Monsterfilm "The Host"

International bekannt war Bong Joon Ho vor "Parasite" besonders für "The Host". Die Mischung aus Katastrophenfilm, Komödie und Monsterfilm lockte 2006 mehr als zehn Millionen Zuschauer ins Kino, damals ein Rekord in Südkorea. Schauspieler Song Kang-ho spielt darin einen alleinerziehenden Kioskbesitzer, der seine Tochter aus den Klauen einer genmutierten Amphibie im Fluss retten will. Dass nicht nur er sich dabei tollpatschig anstellt, ist typisch für den Slapstick in Bong-Joon-Ho-Filmen.

Rezension

"Parasite": Perfides Sittenbild der Gesellschaft

Bei den Oscars wurde "Parasite" als bester Film ausgezeichnet. Regisseur Bong Joon-ho zeichnet in seinem Film "Parasite" ein perfides Sittenbild der südkoreanischen Gesellschaft. mehr

"Parasite": Bong Joon Ho thematisiert soziale Ungleichheit

Seine Filme mit schwarzem Humor lassen sich nie in Genres quetschen, überraschen aber immer mit fantastischen Bildern. Sie thematisieren soziale Ungleichheit, den Klassenkampf, Serienmorde, rabiate Mütter und Genmanipulation. Ein Happy End gibt es im Kino des Soziologen und Familienvaters eigentlich nie. Auch nicht im Oscar-Streifen "Parasite", in dem eine arme Familie in Seoul auf eine steinreiche trifft: "In der zweiten Hälfte des Filmes wollte ich zeigen, dass das Horrorgefühl wächst, je größer die Kluft zwischen Arm und Reich wird. In meinen Filmen sieht man oft Regen und Szenen im Wasser. Wasser fließt von oben nach unten, nie andersherum. Man kann es nicht stoppen und nicht rückwärts schwimmen. Genauso natürlich wird die Kluft zwischen Arm und Reich tiefer. Deswegen wird das Angstgefühl am Ende meines Films größer," sagt Bong Joon Ho.

Der Südkoereaner Bong Joon-ho, Gewinner der Goldenen Palme von Cannes 2019 mit der Schauspielerin Catherine Deneuve © Koch Films

Der Beitrag zum Hören

NDR Kultur

In Südkorea hat Bong Joon-ho mit seinen Filmen mehr als 30 Millionen Zuschauer ins Kino gelockt. Der Regiestar hat mit seiner Sozialsatire "Parasite" in Cannes triumphiert. Ein Porträt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 10.02.2020 | 06:20 Uhr

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