Stand: 22.08.2018 15:14 Uhr

Terence Hills Kino-Comeback: "Das geht direkt ins Herz"

Terence Hill bei der Vorstellung des Films "My Name Is Somebody" © KSM GMBH
Zehn Jahre hat Terence Hill an seinem neuen Film gearbeitet.

Terence Hill ist zurück auf der Kinoleinwand - nach mehr als 20 Jahren. Der neue Film heißt "Mein Name ist Somebody". Hill spielt darin einen Aussteiger, der in der Wüste die Einsamkeit und einen neuen Sinn für sein Leben sucht. Zehn Jahre hat der 79-Jährige daran gearbeitet. Hill schrieb das Drehbuch, spielt die Hauptrolle und führte Regie. Am Donnerstag kommt der Film in die Kinos. In einigen Kinos ist Terence Hill persönlich anwesend, unter anderem war er am Mittwochabend in Hamburg. Seit mehr als 50 Jahren ist er im Filmgeschäft, seine Fans sind ihm treu geblieben. Bei seinem einzigen Interview-Termin in Deutschland in Berlin antwortete Terence Hill auf Deutsch.

Zum Auftakt Ihrer Kino-Tour in Dresden kamen am Montag 5.000 Menschen und haben Sie gefeiert. Wie nahe geht Ihnen das?

Terence Hill: Das geht direkt ins Herz. Vielleicht sind die Leute nostalgisch, sie wollen gerne lachen. Das war was Besonderes. Ich habe ja eine persönliche Verbindung zu Dresden: Meine Mutter ist aus Dresden, wir haben ein paar Jahre in der Nähe gelebt. Bis ich sechs Jahre alt war, habe ich nur deutsch gesprochen.

Sie haben diesen Film Ihrem langjährigen Partner Bud Spencer gewidmet. 2016 ist er gestorben - wie sehr vermissen Sie ihn?

Hill: Sehr. Er war ein großartiger Mensch, wir waren Freunde. Ich habe lange überlegt, wo wir diesen Film drehen sollen. Dann kam mir die Wüste von Almeria in Spanien in den Sinn. Dort haben wir früher viele Italo-Western gedreht, und in dieser Wüste lernten Bud und ich uns kennen. Er wurde mir am Set mit seinem damaligen (bürgerlichen) Namen Carlo Pedersoli vorgestellt. In den 60er-Jahren drehten wir dort gemeinsam einen Kurzfilm. Die erste Szene war gleich eine Schlägerei zwischen uns beiden, ich hab damals gewonnen. Dort ist übrigens auch dieser charakteristische Prügelstil von Bud Spencer entstanden, von oben auf den Kopf.

Der legendäre "Narkosehammer".

Hill: Genau. (lacht)

Terrence Hill bei der Vorstellung des Films "My Name Is Somebody" © KSM GMBH
"Mein Name ist Somebody" wurde in der Wüste von Almeria in Spanien gedreht.

Woran denken Sie bei Bud Spencer gerne zurück?

Hill: Er dachte immer, er müsste mich protegieren. Ich habe ihn in dem Glauben gelassen, fand das lustig. Ich war der Fleißigere von uns beiden. Ein Beispiel: Als wir in Kolumbien gedreht haben, wollte Bud nach der Arbeit immer ins Casino gehen, jeden Abend. Ich hatte da nie Lust drauf, wollte früh schlafen gehen, um am nächsten Morgen wieder fit zu sein.

Der Titel des Films "Mein Name ist Somebody" erinnert sehr an Ihren Klassiker "Mein Name ist Nobody" von 1973. Beim Soundtrack gibt es Parallelen zu "Die rechte und die linke Hand des Teufels" (1970). Sind das alles bewusste Anspielungen?

Hill: Ja, das ist alles so gewollt. Der neue Film ist nicht so wie meine anderen, er ist ernster, es gibt weniger Schlägereien. Aber ich wollte die Fans nicht enttäuschen, ihnen was Vertrautes bieten. Deshalb sollte zum Beispiel die Musik so ähnlich sein, wie man es aus den alten Filmen kennt.

Haben Sie eigentlich bei den vielen Schlägereien auch mal was abbekommen?

Hill: Allerdings. Einmal sollte mich jemand mit einer Bank treffen. Sie war aus speziellem sehr leichtem Holz, das schneller kaputt geht. Doch diese Spezialbänke waren plötzlich nicht mehr verfügbar am Set und da hat der Regisseur gesagt: "Dann nehmen wir eben echte Bänke." Ich dachte, wir sind ja Profis, dass geht auch so. Aber es ging schief, ich bekam die Bank unglücklich an den Kopf, musste im Krankenhaus behandelt werden. Das passiert schon mal.

Viele fragen sich, ob Ihre blauen Augen echt oder ob es Kontaktlinsen sind.

Hill: Die sind natürlich echt. Ich habe sie von meinem Vater, meine Mutter hatte braune Augen. Viel macht ja auch das Licht aus. Damals in den Filmen ist das Licht extra so gesetzt worden, das war immer extrem heiß im Gesicht.

Terence Hill bei der Vorstellung des Films "My Name Is Somebody" © KSM GMBH
Zum Auftakt der Kino-Tour kamen in Dresden 5.000 Menschen, um Hill zu sehen.

Im nächsten Jahr werden Sie 80. Für diesen Film haben Sie Regie geführt, das Drehbuch geschrieben und sind Hauptdarsteller. Wie halten Sie sich fit?

Hill: Ich war früher ein guter Turner. Das hat mir immer geholfen bei den Filmen mit Bud Spencer, bei den Schlägereien oder wenn ich elegant auf ein Pferd steigen wollte. Davon profitiere ich wahrscheinlich. Und ich glaube auch, dass ich gute Gene habe.

Der neue Film kommt nun in die Kinos. Was machen Sie danach, wie sehen Ihre nächsten Pläne aus?

Hill: Ich bin nicht gerne "der müde Joe" (wie in "Die rechte und die linke Hand des Teufels"). Arbeiten bereitet mir Freude. Ich habe ein paar Ideen, vielleicht mache ich einen Fernsehfilm oder eine Serie. Auf jeden Fall möchte ich gerne eine Biografie schreiben.

Das Interview führte Jan Farclas

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 23.08.2018 | 06:55 Uhr

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