Der britische Schauspieler Tom Hiddleston als Dr. Robert Laing im Fahrstuhl im Film "High Rise" des Briten Ben Wheatley © WDR/RPC High-Rise Limited/The British Film Institute

Mediathek-Tipps: Klassiker, Thriller und tolle Dokus im Mai

Stand: 09.05.2021 14:30 Uhr

Im Mai sind viele Filmperlen in den Mediatheken von ARD, Arte und 3sat zu sehen. Mit dabei: der Klassiker "Spur der Steine" mit Manfred Krug und "High Rise" - ein Sci-Fi-Thriller mit Tom Hiddleston.

von Patricia Batlle

Viele Filme und Serien konkurrieren um die Aufmerksamkeit des Publikums - auf zahlreichen Mediatheken, live im Fernsehen und in Portalen von Kinematheken aus aller Welt. Angesichts der weiterhin geschlossenen Kinos hier eine aktuelle Auswahl aus alten und neuen Filmperlen im Mai.

"High Rise" - Sci-Fi-Dystopie mit Tom Hiddleston in der ARD Mediathek

Der britische Schauspieler Tom Hiddleston als Dr. Robert Laing im Fahrstuhl im Film "High Rise" des Briten Ben Wheatley © WDR/RPC High-Rise Limited/The British Film Institute
Nach seiner Scheidung zieht Robert Laing (Tom Hiddleston) in ein modernes Hochhaus. Zunächst erscheint es als idealer Wort zum Wohnen - bald jedoch entwickeln sich dort apokalyptische Zustände.

Den Schauspieler Tom Hiddleston kennen viele aus den Marvel-Verfilmungen, in denen er die Figur Loki verkörpert. Der Brite spielte 2016 im fantastischen anarchischen Science-Fiction-Film "High-Rise" von Ben Wheatley, basierend auf einem Roman von J.G. Ballard. Hiddleston spielt hier den smarten Arzt, der sich im Hochhaus im 25. Stock einmietet. Als er sich zwischen unausgepackten Umzugskisten auf seinem Balkon sonnt, wird er gleich von seiner darüber wohnenden Nachbarin, gespielt von Sienna Miller, ins erotische Visier genommen. Im Haus aus rohem, unverkleidetem Beton, gibt es riesige Wellnessbereiche, Supermärkte, Sportanlagen, Schulen und Kindergärten. In den oberen Geschossen feiern die Wohlhabenden exzessive Partys. Zwischen Cocktails und Kugellautsprechern betreibt man nachbarschaftliche Konversation. Nach und nach offenbart sich die in matten Farben und klaustrophobischen Räumen gefilmte Hochhaus-Welt als gnadenlose Klassengesellschaft. Die Reichen treten nach unten, die Armen drängen nach oben. Chaos und Anarchie machen sich breit. Bald herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Der Film (FSK 16) mit beeindruckendem Soundtrack und hochkarätigem Cast mit Sienna Miller, Jeremy Irons, Luke Evans steht bis zum 13. Mai in der ARD Mediathek zur Verfügung.

"The Movies - Die Geschichte Hollywoods" in der ARD Mediathek

Ein wahrer Schatz mit einer Vielzahl von Perlen der Filmgeschichte ist seit kurzem in der ARD Mediathek zu entdecken. In zwölf Folgen à etwa 45 Minuten Länge bietet die Serie "The Movies - Die Geschichte Hollywoods" vom ersten Tonfilm bis zu dem 2000er-Kino. Sie stammt ursprünglich vom US-Sender CNN und zeigt Größen der Traumfabrik, wie sie über ihre Lieblingsfilme, Meisterwerke und Einflüsse sprechen - mit zahlreichen Schnipseln der besprochenen Filme. Für das Sichten bleibt viel Zeit: die Episoden stehen bis zum 18. Oktober 2021 in der ARD Mediathek.

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US-Schauspielerin Julia Roberts mit einem Oscar - Bild aus der Doku-Serie von CNN in der ARD Mediathek "The Movies - Die Geschichte Hollywoods" Teil 1 der 2000er © WDR/2019 Cable News Network, Inc./Studio Hamburg Enterprises

"The Movies - Die Geschichte Hollywoods" in ARD Mediathek

"The Movies - Die Geschichte Hollywoods" in ARD Mediathek - bis zum 18. Oktober sind alle 12 Folgen verfügbar extern

DEFA-Jubiläum: "Spur der Steine" mit Manfred Krug in ARD Mediathek

Die "Ballas" - eine Zimmermannsbrigade auf der DDR-Großbaustelle Schkona - gehen für ihren Chef durch dick und dünn, mitunter auch auf unerlaubten Pfaden. Gemeinsam stellen sie die sozialistische Planwirtschaft auf den Kopf. © NDR/MDR/BR
Die "Ballas" - eine Zimmermannsbrigade auf der DDR-Großbaustelle Schkona - gehen für ihren Chef (Manfred Krug) in "Spur der Steine" durch dick und dünn.

Am 17. Mai wird die DEFA 75 Jahre alt, 1946 wurde die Deutsche Film AG in Potsam-Babelsberg gegründet. Hunderte von Filmen hat sie hervorgebracht, darunter "Die Mörder sind unter uns", "Die Geschichte vom kleinen Muck", "Nackt unter Wölfen", "Sterne", "Die Legende von Paul und Paula" oder "Spur der Steine". Dieser Film von Frank Beyer erlebte im Juni 1966 zwar seine Premiere, doch gleich danach wurde er doch verboten. Manfred Krug als Brigadier Hannes Balla konnte man somit erst nach 1989 jeder im Kino sehen. Der NDR hat den Film im Mai ausgestrahlt. Zu finden ist er noch bis zum 1. Juni in der ARD Mediathek.

"Ernst Ludwig Kirchner - furchtbar genial": Arte-Doku porträtiert umstrittenen Künstler

Ernst Ludwig Kirchners Gemälde zeigen häufig entblößte Frauen, nackte Mädchen, den Rausch der Großstadt und exotische Welten. Sein künstlerisches Werk wirft aus heutiger Perspektive Fragen auf: War Kirchner ein Sexist? Ein Pädophiler? In "Ernst Ludwig Kirchner - furchtbar genial" geht die Regisseurin Susanne Brand der Frage nach, wie wir Ernst Ludwig Kirchner heute sehen. Vor dem Hintergrund heutiger Debatten, insbesondere im Hinblick auf die MeToo-Debatte und die pädophilen Missbrauchsskandale in Kirche und Gesellschaft, lässt sich Kirchners Kunst kaum unabhängig davon betrachten. Die Dokumentation "Ernst Ludwig Kirchner - Furchtbar genial" ist bis zum 25. Juni in der Arte-Mediathek.

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Selbstporträt Ernst Ludwig Kirchners, um 1928 © NDR / Susanne Brand

"Ernst Ludwig Kirchner - Furchtbar genial?" in der Arte Mediathek

Arte porträtiert den umstrittenen Künstler, der mit seiner Kunst auch mit Missbrauchs-Darstellungen provozierte. extern

"Beuys" - Dokumentarfilm von Andres Veiel in ARD Mediathek

Joseph Beuys hat vor allem in den 60er- und 70er-Jahren mit seinen Werken alle herkömmlichen Grenzen in der Kunst gesprengt. Bekannt wurde er für seine Kunstaktionen und plastischen Werke aus Filz oder Fett - seine Markenzeichen waren der Filzhut und seine Anglerweste. Am 12. Mai wäre der Künstler, der Kunstwelt erneuert hat, 100 Jahre geworden. Der NDR widmet ihm einen Themenschwerpunkt im Mai. In der ARD Mediathek ist eine Hommage an ihn von Dokumentarfilmer Andres Veiel verfügbar. Für den Jugendlichen Veiel, der in einer schwäbischen Vorstadt aufwuchs, waren Beuys und sein Kunstbegriff Sprengstoff und Horizonterweiterung. Dass er nichts von seiner Bedeutung eingebüßt hat, wurde ihm klar, als er sich seit 2013 intensiv mit dem Künstler beschäftigte. Beuys, so Veiel, habe sich immer in Widersprüchen und Rätseln offenbart und entzogen, nicht zuletzt durch seinen schlagfertigen Humor. Aus einer montierten Collage unzähliger, bisher unerschlossener Bild- und Tondokumente stellen Veiel und der Schnittmeister Sebastian Krumbiegel aus Hunderten Stunden Material ein einzigartiges Zeitdokument zusammen, das zu 95 Prozent aus Archivmaterial besteht. Noch bis zum 28. Mai in der ARD Mediathek zu sehen.

"M - eine Stadt sucht einen Mörder" - Fritz Langs Meisterwerk in der 3sat Mediathek

Ein psychopathischer Triebtäter, der bereits acht Kinder auf dem Gewissen hat, versetzt Berlin in Angst und Schrecken. Die Polizei versucht vergeblich, den Mörder zu fassen. Als Beckert erneut zuschlägt und sich in einem anonymen Bekennerbrief an die Zeitungen wendet, bricht eine Massenhysterie aus: Jeder verdächtigt jeden. Inspektor Karl Lohmann, Kriminalkommissar bei der Mordkommission, setzt Himmel und Hölle in Bewegung. Fritz Langs Meisterwerk von 1931 "M" mit Peter Lorre, Gustaf Gründgens und Otto Wernicke hat nichts von seiner Dramatik eingebüßt. Lang war einer der expressionistischen Regisseure, die das deutsche Kino der Weimarer Republik zum größten Konkurrenten Hollywoods machten. (FSK 12) Zu sehen bis zum 9. Mai in der 3sat Mediathek.

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NDR Info | Kultur | 29.04.2021 | 09:55 Uhr

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