Stand: 28.09.2020 05:58 Uhr

MV: Neue Filmförderung nimmt die Arbeit auf

von Axel Seitz
Schauspieler Charly Hübner steht während der Dreharbeiten am Strand von Markgrafenheide mit Regisseur und Kameramann. © dpa Foto: Jens Büttner
Der Rostocker Polizeiruf mit Charly Hübner ist einer der bekanntesten Filme, die in MV produziert werden.

Ob Ostseeküste oder Binnenland, in Mecklenburg-Vorpommern gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Filme zu drehen. Mit Hilfe einer neuen Filmfördergesellschaft sollen in naher Zukunft noch in stärkerem Maße möglichst interessante und über die Landesgrenzen hinaus bekannte Filme gedreht werden.

Bereits in diesem Jahr stehen der neuen Filmfördergesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern drei Millionen Euro zur Verfügung. 2021 sind es dann sogar 3,5 Millionen. Eine Summe, die sich laut Gründungsdirektor Olaf Jacobs sehen lassen kann. Der 48-Jährige Regisseuer und Produzent übernimmt die Leitung der neuen Filmfördergesellschaft, die jetzt mit ihrer Arbeit beginnt. "Es gibt den politischen Willen auf diesem Niveau die Filmförderung zu verstetigen", sagt der Chef der Staatskanzlei Heiko Geue, der an den Vorbereitungen maßgeblich beteiligt war. Mit dem Geld sollen zudem auch weitere Mittel für Projekte aus der Bundesfilmförderung und EU-Filmförderung in der Co-Finanzierung eingeworben werden.

Bestehende Institutionen werden eingebunden

Heiko Geue © picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa Foto: Jens Büttner
Heiko Geue, Chef der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern, hat die Gründung einer neuen Filmförderungsgesellschaft mit vorangetrieben.

Dass die Filmförderung in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren meist stiefmütterlich behandelt wurde, lag auch daran, dass es mit dem Filmbüro MV in Wismar und der Filmland MV in Schwerin zwei Institutionen gab, die eher gegeneinander statt miteinander gearbeitet haben.

"Wir setzen nicht etwas obendrauf, sondern wir gründen tatsächlich eine neue GmbH", erklärt Geue. Dabei sei es wichtig gewesen, dass die Institutionen in die neue Filmförderung integriert werden. "Deswegen berufen wir die Vertretung von Filmland aus Schwerin und Film e.V. aus Wismar in den Beirat der MV Filmförderung."

Große Zuversicht für den Film in MV

Boote im Stadthafen Waren (Müritz) © NDR.de Foto: Marcus Born
In Waren an der Müritz wird die Filmreihe "Käthe und ich" gedreht. Künftig sollen noch mehr Produktionen in MV realisiert werden.

Volker Kufahl ist Geschäftsführer der Filmlandgesellschaft und er begrüßt die getroffenen Entscheidungen: "Die Gründung der neuen Fördergesellschaft ist ein großer Erfolg für die Film- und Medienbranche. Ich bin froh, dass das jahrelange Überzeugen und Klinkenputzen Früchte gezeigt hat."

Den Bereich "Film Commission", der sich um die Beratung von Produzenten und Firmen kümmert, wird die Filmland MV an die neue Fördergesellschaft abgeben. Volker Kufahl, der nach wie vor als künstlerischer Leiter für das Filmkunstfest Anfang Mai in Schwerin verantwortlich ist, kennt und schätzt den Gründungsdirektor der Filmfördergesellschaft Olaf Jacobs. "Olaf Jacobs ist ein erfolgreicher Produzent, er ist bestens vernetzt in der Branche, er kennt dieses Land wirklich sehr gut - ich glaube, dass Olaf Jacobs für diese Aufbauarbeit die richtige Wahl ist."

Olaf Jacobs: "Produktionen im Land ermöglichen."

3,5 Millionen Euro Filmförderung stehen im kommenden Jahr zur Verfügung. Davon müssen allerdings auch Mitarbeiter und Büromieten bezahlt werden - laut Staatskanzleichef Heiko Geue mit einigen, wenigen Hunderttausend Euro. Der Rest wird, so kündigt es Olaf Jacobs an, nicht nur in ein Filmprojekt fließen:

"Ich denke schon, dass wir Akzente setzen werden. Die große Kunst ist es, im Vorhinein zu identifizieren, was wird denn jetzt ein erfolgreiches Projekt und was nicht. Am Ende wird für uns der Maßstab sein, dass es uns gelingt Produktionstätigkeit hier im Land möglich zu machen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 29.09.2020 | 19:00 Uhr

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