Sendedatum: 24.06.2019 22:45 Uhr

Kino-Doku "Erde": Raubbau an unserem Planeten

Erde
, Regie: Nikolaus Geyrhalter

Bergbau, Fracking, Siedlungs- und Straßenbau - der Mensch verbraucht nicht einfach Fläche, er zerstört die Erdoberfläche zum Teil unwiederbringlich. Täglich werden rund 160 Millionen Tonnen Gestein bewegt, die Haut unseres Planeten sieht aus der Luft wie vernarbt aus. Der Dokumentarfilm "Erde" schaut in langen, penetrierenden und erschreckenden Einstellungen auf die Zerstörungen und spricht mit den Menschen, die diese Arbeiten verrichten. Was denken sie über die Veränderungen, über die Prägung der Welt durch den Menschen?

Ein gelber Bagger reißt Felsen ein. © Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion GmbH

Wie wir unseren Planeten verwüsten

Kulturjournal -

Millionen Tonnen Erde bewegt der Mensch täglich - das ist fast dreimal so viel, wie die Kräfte Wasser und Wind verschieben. Wir hinterlassen pure Verwüstung, zeigt die Dokumentation "Erde".

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2.000 Hektar Land für eine neue Stadt

Im kalifornischen San Fernando Valley werden Berge versetzt. Dort soll eine neue Stadt entstehen. Gigantische Bagger bewegen gigantische Erdmassen, als wäre der Planet eine einzige riesige Sandkiste. 2.000 Hektar Bauland werden der Natur abgetrotzt. Der Arbeiter Steven Kuzar meint: "Die Erde ist eine grausame Geliebte, sie leistet Widerstand bis zuletzt. Deshalb haben wir große Maschinen mit viel PS. Wir schlagen zurück."

Umweltschädlicher Kupferabbau

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Kupfergewinnung in Spanien: Bereits die Römer hatten dort eine Mine.

Die Arbeiter einer Kupfermine in Spanien wissen, was der Mensch der Erde da antut - aber sie leben davon. Die Metallurgin Susana de Elio de Begny beschwichtigt: "Es kommt noch zu Umweltschäden, aber so wenig wie möglich. Die Menschheit braucht dieses Material, damit wir alle gut leben können. Wir sind egoistisch, wir wollen nicht zurück in die Steinzeit." Mitten in der Kupfermine befinden sich die Überreste der antiken Siedlung Rio Tinto. Sie war die Mine des Römischen Reiches. Bis ihr mit Spaten und Schaufeln nichts mehr entrissen werden konnte. Die Hochkultur ging unter. Ein Omen?

Für den Archäologen Luis Iglesias Garcia ist klar: "Ich bin kein Hellseher, aber das Ausmaß der Ausbeutung der Erde und die Erschöpfung der Ressourcen sind einfach nicht nachhaltig. Entweder wir ändern unser Wirtschaftsmodell zu einem Konzept, das mit Naturschutz und einem vernünftigen Ressourcenverbrauch vereinbar ist, oder das System wird nicht mehr lange existieren. Wenn wir nichts ändern, werden wir untergehen."

Bilder der Verwüstung

Millionen Tonnen Erde bewegt der Mensch täglich - fast dreimal so viel, wie durch die natürlichen Kräfte Wasser und Wind verschoben werden. Wir hinterlassen pure Verwüstung, weltweit, wie die Dokumentation "Erde" zeigt. Monströs und erhaben zugleich. Und voller Risiken. Der Film ist ein beeindruckendes Plädoyer gegen den Raubbau an der Natur durch den Menschen.

Erde

Genre:
Dokumentarfilm
Produktionsjahr:
2019
Produktionsland:
Österreich
Regie:
Nikolaus Geyrhalter
FSK:
0
Kinostart:
4. Juli 2019

Dieses Thema im Programm:

Kulturjournal | 24.06.2019 | 22:45 Uhr

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