Stand: 30.01.2018 09:37 Uhr

Karoline Herfurth spielt "Die kleine Hexe"

Die kleine Hexe
, Regie: Michael Schaerer
Vorgestellt von Walli Müller

"Es war einmal eine kleine Hexe ..." - so begann Kinderbuchautor Otfried Preußler Mitte der 50er-Jahre seinen drei Töchtern vorm Einschlafen zu erzählen. Der Rest ist Geschichte: "Die kleine Hexe" wurde einer seiner berühmtesten Romane, in 47 Sprachen übersetzt und fünf millionen Mal verkauft. Nur der Verfilmung seiner Werke stand der Autor lange skeptisch gegenüber. Erst kurz vor seinem Tod 2013 gab er das Okay für "Das kleine Gespenst" und nun kommt eine Realverfilmung der "Kleinen Hexe" in die Kinos.

Spaß und Spannung mit der "Kleinen Hexe"

Mit 127 Jahren zu jung für den Hexentanz

Die "kleine" Hexe ist vor allem eine noch sehr "junge" Hexe - mit ihren läppischen 127 Jahren. In der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg mitzutanzen, ist für sie deshalb so tabu wie bei uns Menschen der Disco-Abend für Zwölfjährige. Sie schwindelt sich trotzdem auf die Party - und wird prompt erwischt.

Strafe muss sein, findet das Hexen-Kollegium: Die Sünderin muss den Besen abgeben und zu Fuß nach Hause marschieren, schwer beladen mit dem dicken Hexenbuch, das sie auswendig lernen soll.

Karoline Herfurth spielt die Rolle - mit einer ulkig angeklebten Hexen-Nasenspitze aus Silikon und mit genau der richtigen Ausstrahlung: ein wenig verpeilt, spitzbübisch, eigensinnig, aber unglaublich freundlich. Genauso ideal besetzt ist ihr bester Freund und Ratgeber, der Rabe Abraxas, mit der Stimme von Axel Prahl.

Axel Prahls Sprech-Part war das Erste, das für den Film aufgenommen wurde. Denn seine Mimik und Persönlichkeit wurde dann auf die Vogel-Puppe übertragen, die bei den Dreharbeiten zum Einsatz kam. Ein 60 Zentimeter großer, ferngesteuerter Animatronic-Rabe, der so wunderbar echt wirkt, dass man keine Sekunde an Technik denkt.

Niedliche Tiere und lustige Zaubereien

Man merkt diesem Film an, dass sich viele Menschen sehr viele Gedanken gemacht haben. Die Walpurgisnacht beispielsweise ist wirklich begeisternd umgesetzt! Beim archaisch anmutenden Trommeltanz werden hier die Besen rhythmisch geschwungen - eine unglaubliche Energie, die da freigesetzt wird.

Im Gegensatz zur netten kleinen Hexe, die Holzsammlerinnen, Blumenmädchen und Kindern in Not beispringt, tanzen hier fiese Alte mit Warzennasen und verschmierten Gesichtern ums Feuer. Ein bisschen schaurig mag das schon sein für kleinere Kinder. Aber sonst ist der Film ganz aufs Grundschulalter zugeschnitten. Im Wald wimmelt es vor niedlichen Tieren; das Erzähltempo ist gemächlich, die Musik reizend märchenhaft und manche Zauberei herzerfrischend lustig.

Vor allem aber ist das windschiefe Häuschen der kleinen Hexe so liebevoll und gemütlich eingerichtet, dass man auf der Stelle einziehen möchte. Ein kunterbuntes Durcheinander aus Kesseln, Kannen und kuscheligen Sofa-Kissen.

Auch Otfried Preußlers Tochter gefällt die Buchverfilmung

Das alles hat auch Susanne Preußler-Bitsch überzeugt, die Tochter Otfried Preußlers, die streng über das väterliche Werk wacht: "Darauf hab ich einfach geachtet, dass die kleine Hexe auch drinsteckt, wenn auf dem Film kleine Hexe steht."

Wer die Romanvorlage genau kennt, wird vielleicht einige Episoden vermissen. Aber die getroffene Auswahl ist vertretbar und der Geist des Buchs auf jeden Fall gut eingefangen. "Die kleine Hexe", die für sich herausfinden muss, was denn nun genau eine "gute" Hexe ist - ein liebenswerter Kinderfilm, an dem auch Eltern und Großeltern ihr Vergnügen haben werden.

Die kleine Hexe

Genre:
Fantasy
Produktionsjahr:
2017
Produktionsland:
Deutschland
Zusatzinfo:
mit Karoline Herfurth, Suzanne von Borsody, Momo Beier und der Stimme von Axel Prahl
Regie:
Michael Schaerer
Länge:
103 Min.
FSK:
FSK ohne Altersbeschränkung
Kinostart:
1. Februar 2018

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Neue Filme | 01.02.2018 | 07:20 Uhr

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