Lashana Lynch, Daniel Craig, Lea Seydoux und Cary Joji Fukunaga stehen vor der Royal Albert Hall. © picture alliance / Joel C Ryan / InvisionAP

Daniel Craig zum letzten Mal als James Bond auf dem Roten Teppich

Stand: 29.09.2021 19:53 Uhr

Der vielfach verschobene James-Bond-Film "Keine Zeit zu sterben" hat Dienstagabend in London seine Weltpremiere gefeiert. Am Donnerstag startet der letzte Bond-Film mit Daniel Craig in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

von Gabi Biesinger

Die Kulisse war zunächst etwas trist am Roten Teppich hinter der Royal Albert Hall. Wegen Corona wollte man einen Fanauflauf vermeiden und hatte alles abgesperrt. So fehlte die übliche Jubelkulisse und Ordner versuchten, Schaulustige zu vertreiben. Und dann hatte London auch noch auf Herbst umgestellt. Ohne Regen wäre eigentlich besser, so Bond-Darsteller Daniel Craig: "Was soll man machen? Wir sind in London". Entgegen der Tradition hatte Daniel Craig für seinen letzten Gang als Bond über den Roten Teppich nicht nach dem üblichen Smoking gegriffen, sondern zu einem Samtblazer, dessen Farbe erst mal Rätsel aufgab. "Ich würde sagen Pflaume" beschrieb ein BBC-Reporter das Outfit des Bond-Darstellers.

Lashana Lynch spielt weibliche Hauptrolle im neuen James-Bond-Film

Herzogin Kate schüttelt Daniel Craig die Hand. © picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Chris Jackson
Herzogin Kate, Prinz William, Prinz Charles und Camilla vertraten die königliche Familie bei der Filmpremiere.

Die neue Doppel-Null-Agentin Lashana Lynch war in eine voluminöse und doch schlichte gelbe Robe gehüllt. "Es ist ein unglaublicher Moment, eine weibliche schwarze Hauptrolle im Film zu haben", freute sich Lynch. "Es hat mich selbst stark gemacht, sie zu spielen". Applaus brandete auf als Billie Eilish, die Autorin und Interpretin des Bond Songs "No Time to Die", auftauchte. Sie trug einen schwarzen Hosenanzug und schien wenig Lust auf Schaulaufen zu haben. Den glänzenden Höhepunkt des Abends aber setzte Herzogin Kate mit einer golden glitzernden Robe im Gladiatorenstil. Sie war mit ihrem Mann William und den Schwiegereltern Charles und Camilla gekommen. Sie schüttelte Craig artig die Hand. Das war allerdings vor dem Film, denn wer den Film gesehen hat, wird sich das mit dem Händeschütteln künftig gut überlegen. "Keine Zeit zu sterben" handelt von der Übertragung von Kampfstoffen, die weitaus tödlicher sind als Corona.

"Keine Zeit zu sterben": Verfolgungsjagden und die große Liebe

In dem Film klärt sich viel um das Verhältnis von Bond und seiner großen Liebe Madeleine. Verfolgungsjagden verwüsten malerische italienische Dörfer und einsame norwegische Wälder. Es wird viel getrunken und tragisch gestorben. Der alte Schurke Blofeld ist in einer Hannibal-Lecter-artigen Käfigszene im Gefängnis mit dabei. Und beim Showdown philosophiert der neue Schurke und designierte Massenmörder Lyutsifer Safin, ihn unterscheide gar nicht so viel von Bond:

Wir beide löschen das Leben von Menschen aus, um die Welt besser zu machen. Ich mache es nur ein wenig gründlicher. Lyutsifer Safin - Zitat aus "Keine Zeit zu sterben"

Mit 163 Minuten ist das letzte Bond-Abenteuer für Daniel Craig außergewöhnlich lang, hat aber keine Längen. Und die schauspielerische Leistung von Hauptdarsteller steht dieses Mal stärker im Mittelpunkt als je zuvor. Entsprechend begeistert waren die Premierengäste in der Royal Albert Hall.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 30.09.2021 | 07:20 Uhr

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