Stand: 18.04.2019 07:48 Uhr

Julian Schnabel über seinen Film "Van Gogh"

Es gibt viele Filme über den niederländischen Maler Vincent van Gogh: in vielen Formen und Farben, Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme, mit dem berühmten abgeschnitten Ohr - oder auch ohne. Jetzt hat der New Yorker Maler und Regisseur Julian Schnabel einen neuen Film über den Maler gedreht. Sein "Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit" stellt den Schaffensprozess des Künstlers in den Vordergrund und sei kein gewöhnliches Biopic, wie Schnabel im Interview immer wieder betont.

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Der Maler und Regisseur Julian Schnabel hat einen Film über Vincent van Gogh gedreht.

Sie sagen immer, es sei kein Film über van Gogh, worüber ist er dann?

Julian Schnabel: Es ist ein Film darüber, wie es ist, van Gogh zu sein. Man hat das Gefühl, all das, was ihm widerfährt, passiert einem selbst. Ich erzähle alles aus seiner Perspektive. So entsteht eine gewisse Dynamik.

Die Musik spielt offenbar auch eine große Rolle, oder?

Schnabel: Allerdings, sie illustriert offensichtlich sein Innerstes. Wir haben auch sehr viele Aufnahmen in der Natur in dem Film, und dann fragen mich die Leute, warum sie nicht auch die Geräusche der Bäume dabei hören. Aber mir war es wichtiger zu zeigen, was in seinem Inneren vorgeht, als das, was draußen passiert. Wenn man mir dann vorwirft, ich würde mich mit etwas Künstlichem, etwas Natürlichem annähern, würde ich erwidern, was auch van Gogh gesagt hat: "Die Farben in meinen Bildern kommen nicht von der Realität, sondern von meiner Palette."

Dabei haben Sie an Originalschauplätzen gedreht?

Schnabel: Natürlich! Wir sind genau die Wege gegangen, die van Gogh gegangen sein muss. Die Landschaft und das Wetter in Arles waren uns extrem wichtig. Wir haben auch in der psychiatrischen Klinik gefilmt, in der er war. Die gibt es noch.

Willem Dafoe (Vincent Van Gogh) malend  - Szene aus dem Film "Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit". © DCM

Filmtrailer: "Van Gogh"

Der amerikanische Maler und Regisseur Julian Schnabel hat einen Film über Vincent van Gogh gemacht. Dabei geht es ausnahmsweise mal nicht um das abgeschnittene Ohr - sondern um die Kunst.

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Es ist allgemein bekannt, dass Vincent van Gogh an quälenden Wahnvorstellungen litt. Bei Ihnen spielt das keine übergeordnete Rolle.

Schnabel: Weil ich selbst Maler bin und daher kommt auch mein Ansatz - aus der Kunst heraus und dem Entstehungsprozess. Und dem Sehen, der Auseinandersetzung zwischen einem Kunstwerk und seinem Betrachter. Was sehen wir? Was macht das mit uns? Ich kann Ihnen versichern, die Menschen sehen anders aus, wenn sie aus dem Kino kommen. Wenn Sie ein gutes Bild betrachten, ist das ähnlich.

Würde es Ihnen gefallen, wenn jemand einen Film über Sie und oder Ihre Kunst machen würde?

Schnabel: Ich glaube nicht. Obwohl, wenn Andrei Tarkowski noch am Leben wäre, der könnte es wohl.

Das Interview führte Bettina Peulecke.

Willem Dafoe mit Strohhut als Vincent Van Gogh im Biopic "At Eternity's Gate" von Julian Schnabel © DCM

Filmtipp: "Van Gogh" von Julian Schnabel

NDR Kultur - Klassisch in den Tag -

Was hat der Künstler Vincent van Gogh beim Malen empfunden? Wie hat er die Welt gesehen? Davon handelt der Film "Van Gogh" des Malers und Regisseurs Julian Schnabel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 18.04.2019 | 07:20 Uhr

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