Stand: 17.10.2017 21:46 Uhr

Fukushima-Doku triumphiert bei dokumentART

Die Dokumentation "Half-life in Fukushima" hat den Hauptpreis beim 26. Europäischen Filmfestival dokumentART gewonnen. Mit der Preisverleihung in Neubrandenburg ist das Festival am Dienstagabend zu Ende gegangen. Die Gewinner-Dokumentation erzählt die Geschichte eines Bauern, der sich entscheidet, in das radioaktiv verstrahlte Gebiet nahe des Atomkraftwerks in Fukushima zurückzukehren. Er führt dort fortan ein einsames Leben. "Der Film "Half-life in Fukushima" hat uns emotional sehr beeindruckt", sagte der Vorsitzende der Jury, Thomas Zandejacomo del Bel. In 60 Filmminuten werde das nukleare Unglück von 2011 auf eine sehr persönliche Ebene gebracht. "Die Auswirkungen spüren wir bis heute und bis hierher." Gedreht wurde die Dokumentation vom Schweizer Mark Olexa und der Italienerin Francesca Scalisi. Ihr Preis, der Hauptpreis der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern, ist mit 5.000 Euro dotiert.

Rekord bei den Einreichungen zum Wettbewerb

Insgesamt waren beim 26. Europäischen Filmfestival dokumentART 44 Filme aus 18 Ländern zu sehen. In den Beiträgen ging es unter anderem um alternative Lebensstile, das Verhältnis von Mensch und Natur, die wirtschaftliche Krise in Südeuropa, aber auch um Krankheiten wie Parkinson, Kriege und Flüchtlingsgeschichten. Mit rund 1.800 eingereichten Filmen hatte es einen Rekord an Bewerbungen gegeben. Die Filme wurden wie in anderen Jahren in verschiedenen Sektionen präsentiert. Unter der Überschrift "Ostblock" gehörten auch wieder Dokumentationen aus Osteuropa und Mecklenburg-Vorpommern zu den traditionellen Programmpunkten.

NDR zeigte aktuelle Produktionen

Der NDR war mit insgesamt vier Filmen auf der 26. dokumentART zu Gast. Die ersten beiden Filme in der Sektion "NDR Spezial" stammten aus der Serie NaturNah. Dabei ging es um die Reise der Störche und die vielen Herausforderungen, denen sie ausgesetzt sind. Der zweite NaturNah-Film widmete sich einem einzigartigen Lebensraum - dem Greifswalder Bodden zwischen Rügen und Usedom. Der Preis der Stadt Neubrandenburg ging an "Nature: All rights reserved", einen Kurzfilm aus den Niederlanden.

Publikumsliebling thematisiert Flüchtlingsschicksale

Favorit der Zuschauer war der Film "Wo der Euphrat in die Sava mündet" von einem Schweizer Filmemacher. Er begleitete Flüchtlinge auf ihrer beschwerlichen letzten Etappe der Balkanroute. Es sei schon erstaunlich, hieß es von den Veranstaltern, dass dieses Thema Menschen so bewegt, obwohl man im Wahlkampf den Eindruck hatte, dass manche dessen schon überdrüssig sind. Der NDR stiftete den Publikumspreis, er ist mit 1.000 Euro dotiert.

Wichtige Plattform für Nachwuchs-Filmemacher

Die dokumentART gilt vor allem als Forum für junge Filmemacher. Mit Leipzig, Amsterdam und dem tschechischen Jihlava gehört das Dokumentar-Filmfestival in Neubrandenburg zu den größten Europas.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.10.2017 | 21:00 Uhr

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