Stand: 28.09.2019 11:47 Uhr

"Ad Astra": Weltraum-Drama mit Brad Pitt

Ad Astra - Zu den Sternen
, Regie: James Gray
Vorgestellt von Katja Nicodemus

Vor wenigen Wochen noch wurde Brad Pitt auf den Filmfestspielen von Venedig für seine Darstellung eines introvertierten Astronauten bereits als möglicher Oscar-Kandidat gefeiert, nun kommt der Science-Fiction-Film "Ad Astra - Zu den Sternen" von James Gray ins Kino. Pitt spielt darin den NASA-Ingenieur Roy McBride, der sich im All auf die Suche nach seinem Vater macht.

Donald Sutherland, Brad Pitt und Sean Blakemore in einer Szene aus "Ad Astra" © 20th Century Fox

Filmtrailer: "Ad Astra"

In James Grays Weltraum-Drama "Ad Astra" spielt Brad Pitt den NASA-Ingenieur Roy McBride, der sich im All auf die lange und einsame Suche nach seinem Vater macht. Der Trailer zum Film.

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James Grays Science-Fiction-Film beginnt mit einem wahrhaft spektakulären Sturz. Roy McBride, der von Brad Pitt gespielte Astronaut, ist an seinem Arbeitsplatz zu sehen, auf einer riesigen Antenne zehn Kilometer über der Erde. Eigentlich beginnt der Tag ganz gut. Doch dann fällt McBride durch eine Explosion ins Bodenlose und entrinnt nur knapp dem Tod. Noch weiß er nicht, dass diese Explosion mit seinem Vater zu tun hat, der vor Jahren als Forschungsreisender im All verschwand.

Shopping-Mall auf dem Mond: Zeigt "Ad Astra" die Zukunft?

Zunächst einmal fährt James Gray in cool stilisierten Räumen die Ausstattung und die Geräte einer fernen Zukunft auf. Roy McBride soll zum Planeten Neptun reisen, wo sein verschollener Vater offenbar immer noch an Experimenten arbeitet, die die Sicherheit der Erde gefährden. Tatsächlich scheint Roy der ideale Weltraumsoldat für diese Mission zu sein. Nie geht sein Puls schneller als 80 Schläge pro Minute. Die ständigen psychologischen Checks übersteht er souverän.

Die erste Etappe führt Roy McBride zum Mond, den die Menschen inzwischen in eine Shoppingmall verwandelt haben - inklusive DHL-Filiale. Überhaupt benehmen sich die Menschen dort kein bisschen besser als auf dem Mutterplaneten.

Regisseur James Gray inszeniert spektakuläre Angriffe

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Auf der Suche nach seinem verschollenen Vater reist Roy (Brad Pitt) zum Planeten Neptun.

Um weiter zu kommen, muss Roy mit Spezialfahrzeugen und einer Eskorte zur anderen Seite des Mondes reisen. Bei einem Angriff der Mondpiraten zeigt sich die inszenatorische Eleganz von James Gray. Die rasante Szene wirkt wie eine Mischung aus spacigem Formel-1-Duell und dem Wagenrennen aus "Ben Hur".

Roys nächste Station ist der Mars, wo seine Vorgesetzten versuchen, ihn ohne Erklärungen von seinem Einsatz abzuziehen. Von der Leiterin der dortigen Menschenkolonie erfährt Roy ein Geheimnis: Sein Vater, der übereifrige Forscher, hab während seiner Mission die rebellierende Crew umgebracht. Was ist wirklich in der Weite des Weltraumes geschehen? Mit Unterstützung der Mars-Chefin gelingt es Roy, sich heimlich zum Raumschiff Richtung Neptun durchzuschlagen.

Brad Pitt überzeugt als Astronaut Roy McBride in "Ad Astra"

Im letzten, zutiefst beeindruckenden Drittel von "Ad Astra" reist Roy monatelang durch die Stille des Alls. Man hört seine inneren Monologe: Er sinniert über Männerbilder und Selbstbilder, über stures Funktionieren, über seine Unfähigkeit, sich zu öffnen. Man könnte in "Ad Astra" auch eine neue Variante von "Apocalypse Now" sehen: Ein Weltraumsoldat reist seinem Vater und damit einer pervertierten Version seines Selbst hinterher.

Dieser Held wirkt wie ein schwerelos schwebendes Fragezeichen zwischen der alles verschluckenden Dunkelheit da draußen und dem Kunstlicht der Raumstationen. Fasziniert blickt man auf Brad Pitts verschlossenes Gesicht, das jede Szene trägt. Nie hat er auf der Leinwand einsamer gewirkt.

Ad Astra - Zu den Sternen

Genre:
Science-Fiction
Produktionsjahr:
2019
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
mit Brad Pitt, Kiefer Sutherland, Tommy Lee Jones
Regie:
James Gray
Länge:
124 Min.
FSK:
ab 12 Jahren
Kinostart:
19. September 2019

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue Filme | 19.09.2019 | 07:20 Uhr

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