Jan Dieckmann © Kirche im NDR Foto: Christine Raczka

Kolumne: "Göttliches Spiel mit dem Ball"

Stand: 07.07.2021 12:12 Uhr

Die Fußball-EM geht zuende. Jan Dieckmann genießt die Ballkunst und -leidenschaft und freute sich, dass Menschen sich gemeinsam begeistern.

von Jan Dieckmann

Kinder des Fußballvereins Blau Weiß Langförden beim Training auf dem Rasen. © NDR Foto: Thomas Schwierzi
Kinder spielen mit Begeisterung Fußball.

Auf dem Bolzplatz bei uns um die Ecke ist was los. Jeden Nachmittag rennen dort die Jungs und auch ein paar Mädchen mit Begeisterung und Ausdauer hinter dem Ball her. "Schieß doch!" - "Jetzt Flanke!" - "Nun gib schon ab!". Es geht hoch her. Jede und jeder ist mit heiligem Ernst bei der Sache. Man hört und sieht, wie die Kinder ihren kickenden Idolen in den Fußballnationalmannschaften nacheifern.

Auch ich feiere die Fußball-Europameisterschaft, die am Sonntag mit dem Endspiel im Wembley-Stadion zu Ende geht. Ich finde das Turnier einfach großartig und gucke, wann immer ich Zeit habe, mit welcher Kunst und Leidenschaft ein Harry Kane oder ein Lorenzo Insigne gegen den Ball tritt und über den Platz rennt. Fußball ist ja so viel mehr, als nur der Ärger über hochriskante Stadionbelegungen, verbotene Regenbogen-Farben oder den Kommerz der UEFA. Fußball ist nicht nur großer Sport. Fußball ist Integrationsmotor Nummer 1, Bühne für große Gefühle und kleine Gesten der Fairness. Fußball ist Katalysator für Freude und Schmerz. Die Fußball-EM bringt Menschen in ganz Europa zusammen, aber auch im Biergarten nebenan, oder am Taxistand, wo sich die Fahrer gemeinsam über einen Handybildschirm zu beugen.

Beim Fußballspielen sind wir Gott nah

Jan Dieckmann © Kirche im NDR Foto: Christine Raczka
Beim Spielen vergessen wir alles um uns herum, sagt Pastor Jan Dieckmann.

Das Spiel mit dem Ball ist universell. Jedes Kind auf der Welt fängt einfach an zu kicken, wenn man ihm oder ihr einen Ball vor die Füße wirft. Es macht einfach Freude, mit diesem fliegenden, rollenden, runden Ball zu passen, zu spielen, zu schießen. Es ist nicht Essen, es ist nicht Trinken, Schlafen oder Arbeiten, Spielen ist etwas ganz Eigenes. Im Spiel überschreiten wir die Zwänge der äußeren Welt. Im Spiel sind wir Gott ganz nah.

Das wussten auch schon die Menschen früher. Im Buch der Sprüche in der Bibel gibt es eine wunderbare Passage, in der die "Weisheit" in Person davon berichtet, wie sie Gott erfreut mit Spielen bei seinem Schöpfungswerk. Das Spiel hat auch eine zentrale Rolle in der biblischen Vorstellung der zukünftigen versöhnten Welt. "Die Plätze der Stadt sollen voll sein von Knaben und Mädchen, die dort spielen", heißt es im Buch Sacharja. Dafür einen Anker der Hoffnung.

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Jede Woche vergeben die Radiopastoren und Redakteure ein Kreuz für Glauben, ein Herz für die Liebe oder einen Anker für das, was hoffen lässt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 11.07.2021 | 07:30 Uhr

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Ein Herz, Kreuz und Anker aus Filz an einer Öse © Jürgen Gutowski

Kreuz - Herz - Anker

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