Bildmontage: Adventsgesteck vor Kirchenfenster © Fotolia.com Foto: corabelli, vansteenwinckel

Hoffnungslicht spendet Trost in Zeiten von Corona

Sendedatum: 25.11.2020 09:40 Uhr

Der November-Lockdown geht auch über den Dezember weiter. Hoffnungen auf Lockerungen zerschlagen sich. In Hamburg setzt die Kirche auf Hoffnungsleuchten in der Corona-Pandemie.

von Bischöfin Kirsten Fehrs

Was gibt Trost und Hoffnung? Ole, 9 Jahre, schreibt uns dazu von seinen Corona-Erfahrungen: "Ich habe Briefe an meine Freundin geschrieben. Sie wohnt in einer anderen Stadt, sonst besuchen wir sie regelmäßig. Es war toll, wenn im Briefkasten dann ein Brief für mich lag. Das hat mir Hoffnung gemacht. Hoffnung darauf, dass es bald wieder eine Zeit gibt, in der man Dinge wie vorher machen kann. Also Dinge, die man jetzt vermisst."

Hamburger Kirchen setzen zarte Hoffnungslichter

Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland © Nordkirche Foto: Marcelo Hernandez
In einer Woche der enttäuschten Hoffnung, brauchen wir ein Zeichen der Hoffnung, meint Bischöfin Kirsten Fehrs.

Der neunjährige Ole aus Sasel ist eines von drei Kindern, die zum ersten Advent unser Hoffnungslicht einschalten werden. An insgesamt zwölf Hamburger Kirchen soll ein besonderes Licht Hoffnungsleuchten für unsere Stadt verbreiten. An jedem Adventssonntag werden es drei sein. Keine grellen Spotlights, sondern zarte Turmbeleuchtungen, die daran erinnern: Die Hoffnung kommt leise daher, zart - und manchmal zerbrechlich. Wie gut passt das in diese Woche der enttäuschten Hoffnungen, in der der November-Lockdown eben nicht auf sein Ende zugeht. Die Hoffnung muss wieder einmal durchhalten. Wir glauben, lieben und hoffen - gerade jetzt in großer Solidarität mit denen, die es besonders schwer haben. Hoffnungsleuchten für unsere Stadt, wir brauchen das.

Hoffnungsgeschichten mit leisen Tönen

So warm wie das Licht an den Kirchtürmen, so unerhört klug sind die ganz persönlichen Geschichten der Kinder und Jugendlichen über ihre Hoffnungen, Träume, Trostworte. Es sind Hoffnungsgeschichten mit leisen Tönen. So wie bei Elia, dem Propheten im Alten Testament, der sich völlig am Ende und hoffnungserschöpft durch die Wüste des Lebens schleppt. Und am Ende stellte er fest: Der Gott seiner Hoffnungen kam nicht in einem überwältigenden Sturm oder in grellem Licht daher. Nein, Gott war in einem kleinen Windhauch, erzählt die Bibel. Leise, zart, doch man fühlt sie genau in ihrer Kraft. So ist die Hoffnung. Wie der Brief von einer Freundin, der im Briefkasten liegt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 25.11.2020 | 09:40 Uhr

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