AstraZeneca: Greifswalder Forscher finden Thrombose-Ursache

Stand: 19.03.2021 13:05 Uhr

Wie NDR 1 Radio MV berichtet, haben Forscher der Unimedizin Greifswald die Ursache für Hirnthrombosen nach AstraZeneca-Impfung gefunden. Demnach löst das Vakzin bei einigen Menschen einen Abwehrmechanismus aus.

Die Forscher hatten sich eigenen Angaben zufolge direkt nach dem Impfstopp an das Paul-Ehrlich-Institut gewandt, das für die Zulassung und Überwachung von Impfstoffen in Deutschland verantwortlich ist. Den Ärzten wurden daraufhin Blutproben von sechs Thrombosepatienten zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen
Ein Flur im Kindergarten mit zwei Kindern und einer Betreuerin. © dpa Foto: Monika Skolimowska

Corona-News-Ticker: Wieder mehr Kita-Kinder in Hamburger Notbetreuung

Laut Sozialbehörde sind es 51 Prozent der Kinder. Sie bittet darum, die Betreuung nur zu nutzen, wenn unbedingt nötig. Mehr Corona-News im Ticker. mehr

Blutplättchen gerinnen im Gehirn

Bei der Untersuchung der Proben stellten die Forscher fest, dass der Impfstoff die Blutplättchen, also die Thrombozyten, aktiviert. Das passiert normalerweise im Körper nur bei einer Wundheilung, wenn das Blut gerinnt und die Wunde verschließt. Durch die Impfung werde bei einigen Patienten ein Mechanismus aktiviert, der zur Bildung von Blutgerinnseln im Gehirn führe. Da der Mechanismus so klar identifiziert worden sei, habe auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickelt werden können. Betroffenen könne nun ein Wirkstoff verabreicht werden, der gegen die Thrombose hilft.

Mehrere Beteiligte

Die Unimedizin betonte, der Erfolg sei nur möglich gewesen durch die Zusammenarbeit mit dem Paul-Ehrlich-Institut und Ärzten aus Österreich - dort war eine Krankenschwester nach einer AstraZeneca-Impfung an einer Thrombose im Gehirn verstorben. Vorsorglich könne das Mittel gegen die Thrombosen allerdings nicht verabreicht werden. Eine Behandlung mit dem Wirkstoff sei nur nach der Bildung eines Blutgerinnsels möglich.

Schon EHEC-Behandlung entdeckt

Die aktuelle Entdeckung ist nicht der erste Forschungserfolg der Greifswalder Unimediziner. Schon im Jahr 2011 hatten sie eine Behandlungsmöglichkeit gefunden, die vor allem in Norddeutschland aufgetretene EHEC-Epidemie zu stoppen.

Weitere Informationen
Binz auf Rügen mit einer Projektion des Coronavirus (Montage) © picture alliance / Eibner-Pressefoto, PantherMedia Foto: Augst, Aleksandar Ilic

1 Jahr Corona und wir in MV

Vor einem Jahr haben sich in Mecklenburg-Vorpommern die ersten Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Der NDR blickt auf eine turbulente Zeit zurück. mehr

Service
Smartphone Telefon-Tastatur. © iStockphoto Foto: Krystian Nawrockii

Bürgertelefone zum Coronavirus

Ministerien, Behörden und Verbände in Mecklenburg-Vorpommern haben Bürgertelefone und Hotlines für Fragen zum Coronavirus geschaltet. Hier finden Sie eine Übersicht. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Mittagsschau kompakt | 19.03.2021 | 13:00 Uhr