Stand: 13.07.2011 12:45 Uhr Archiv

Gründung der Bundesliga eine schwere Geburt

von Mirjam Bach, NDR Fernsehen
Der Dortmunder Stürmer Timo Konietzka (r.) wird am ersten Bundesliga-Spieltag 1963 vom Bremer Verteidiger Max Lorenz angegriffen. © picture alliance / dpa
Der Dortmunder Stürmer Timo Konietzka (r.) wird am ersten Bundesliga-Spieltag 1963 vom Bremer Verteidiger Max Lorenz angegriffen.

Von einer schnellen, gar vorschnellen Entscheidung konnte keine Rede sein: Ganze neun Stunden tagte am 28. Juli 1962 der DFB-Bundestag im Goldsaal der Dortmunder Westfalenhalle. Um 17.45 Uhr war es dann endlich soweit. Mit 103 zu 26 Stimmen wurde die Einführung der Bundesliga beschlossen. Damit nahmen jahrzehntelange Auseinandersetzungen, Verbandsscharmützel und politische Diskussionen um eine einheitliche Spitzenliga im deutschen Fußball ein Ende.

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Die Bundesliga-Kommission befindet 1962 über die Bundesliga-Zugehörigkeit. © picture alliance / dpa

16 aus 74 - Der Streit um die Auswahl der Vereine

46 Vereine drängten 1963 in die neue Bundesliga. Nur 16 bekamen den Zuschlag. Es entbrannte ein harter Konkurrenzkampf, vor allem zwischen Braunschweig und Hannover 96. mehr

Vorreiter England

Bereits 1888, 75 Jahre vor Anpfiff der Bundesliga, wurde in England die Football League gegründet. Im Deutschen Reich dagegen existierten Anfang der 20er-Jahre über 70 "Erste Ligen" unter verschiedensten Namen. Der deutsche Meister wurde in einer Endrunde mit zunächst acht und später 16 Mannschaften im K.o.-System ermittelt. "Lotteriespiel" empörten sich Kritiker und vor allem die Verlierer über das unfaire Spielsystem und forderten schon aus rein sportlichen Gründen eine Liga für das gesamte Land.

Amateurstatut des DFB scheint unumstößlich

In Berlin warben 1919 die Brüder Eydinger Amateure an und riefen den Berufsfußball aus - der erste Angriff auf das schier unumstößliche Amateurstatut des DFB. Doch das Projekt scheiterte nach wenigen Wochen, die Diskussion um die Einführung des Profifußballs aber blieb. So kämpften die mächtigen Regionalverbände um eine "reinliche Scheidung" zwischen Amateuren und Profis. Der süddeutsche Verband trat für die Amateure ein. Die Funktionäre im Westen versuchten die zunehmende und vor allem illegale Bezahlung der Spieler zu bekämpfen. Einige wenige Funktionäre forderten die Einführung des Profifußballs in der Hoffnung, der "Berufsfußball werde sich absondern und selbst vernichten".

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 31.07.2011 | 23:30 Uhr

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