Stand: 27.07.2012 21:52 Uhr  | Archiv

Norddeutsche Geburtshilfe für die Bundesliga

von Johannes Freytag, NDR.de
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Der Osnabrücker Hermann Gösmann war von 1962 bis 1975 DFB-Präsident.

Am 28. Juli 1962 versammelten sich 129 Delegierte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Dortmund, um Geschichte zu schreiben. An jenem Sonnabend nämlich hoben sie die Bundesliga aus der Taufe. Mit 103:26 Stimmen wurde die Einführung einer nationalen Spielklasse beschlossen sowie ein "Lizenzspielerstatus" geschaffen. Ein gutes Jahr später, am 24. August 1963 erfolgte dann der Anpfiff zum ersten Spieltag der neuen Liga, die 2012 in ihre Jubiläumssaison geht.

Dossier

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DFB-Präsident aus Osnabrück

Vorausgegangen war dieser Revolution im deutschen Liga-Fußball ein Antrag des saarländischen Fußball-Verbandes. 1960 ließ der DFB eine Kommission bilden, die die Möglichkeit einer "zentralen Spielklasse" prüfen und eine Empfehlung aussprechen sollte. Den Vorsitz dieser Kommission übernahm Hermann Gösmann. Der Jurist aus Osnabrück hatte sich immer wieder nachdrücklich für die Einführung des Profi-Fußballs in der Bundesrepublik eingesetzt - und erlebte 1962 die Verwirklichung seiner Idee. Gösmann wurde zudem auf der inzwischen historischen DFB-Sitzung in Dortmund als Nachfolger von Peter Joseph "Peco" Bauwens zum neuen DFB-Präsidenten gekürt. Bis 1975 hatte er das Amt inne.

Spielleiter aus Hamburg

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DFB-Generalsekretär Hans Paßlack (l.) mit den Ausschuss-Mitgliedern Willi Hübner, Franz Kremer, Ludwig Franz, Walter Baresel und Hermann Neuberger (v.l.n.r.).

Aber noch ein weiterer Norddeutscher war entscheidend an der Gründung der Bundesliga beteiligt. Denn nach dem "Ja" zur Liga 1962 begann die organisatorische Arbeit. Ein fünfköpfiger Ausschuss wurde damit beauftragt, die Zusammensetzung der Bundesliga zu entscheiden. Mit dieser undankbaren Aufgabe - 46 Vereine hatten sich für die 16 Plätze beworben - durfte sich auch Walter Baresel aus Hamburg befassen, der Teil des Gremiums war. Am 11. Januar 1963 verkündete der Ausschuss die ersten neun feststehenden Clubs (u.a. der Hamburger SV und Werder Bremen), am 6. Mai 1963 schließlich folgten die übrigen sieben (aus dem Norden kam noch Eintracht Braunschweig dazu). Baresel war beim DFB von 1963 bis 1975 als Spielleiter unter anderem für die Terminplanung verantwortlich. Anschließend übernahm er den Vorsitz des Spielausschusses des DFB. In dieser Funktion leitete er in der ARD-Sportschau regelmäßig die Auslosung der Spiele des DFB-Pokals.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 31.07.2011 | 22:45 Uhr

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