Die Eishockey-Spieler der Grizzlys Wolfsburg © imago images/Jan Huebner Foto: Franziska Gora

DEL ächzt unter Corona - Weitere Tests bei den Grizzlys Wolfsburg

Stand: 08.01.2022 17:16 Uhr

Die Deutsche Eishockey Liga ächzt immer mehr unter dem Coronavirus. Nachdem nun auch die Grizzyls Wolfsburg erstmals positive Fälle meldeten, stellt sich die Frage nach dem weiteren Ablauf der Saison.

von Florian Neuhauss

Aus nur drei Sätzen bestand die wichtige Meldung der Grizzlys Wolfsburg: Aufgrund von "einigen positiven Corona-Tests" habe sich die ganze Mannschaft samt aller Trainer und Betreuer in häusliche Isolation begeben müssen. Entsprechend der Umstände gehe es allen gut. Und die beiden kommenden Spiele gegen Krefeld und gegen Augsburg seien abgesagt worden und sollen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

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Pressesprecher Christopher Gerlach teilte NDR.de auf Nachfrage mit, dass zunächst keine weiteren Informationen bekannt gegeben werden. "Am Montag wird wieder getestet, dann schauen wir weiter", sagte Gerlach, dessen Club zum ersten Mal selbst von Corona-Infektionen betroffen ist.

Das für den vergangenen Dienstag angesetzte Duell bei den Straubing Tigers war bereits zuvor abgesetzt worden. Die Clubs wollten von der Möglichkeit Gebrauch machen, die Boosterimpfungen durchzuführen und den Spielern danach ausreichend Zeit zur Erholung zu bieten.

Bund-Länder-Gipfel: Änderungen bei Isolation und Quarantäne

Dass das Coronavirus die Wolfsburger ausgerechnet jetzt erwischt hat, ist ein harter Schlag. Ob es sich um die Omikron-Variante handelt, stand laut Gerlach am Freitagvormittag noch nicht fest. Doch die Wahrscheinlichkeit ist groß, macht Omikron laut offizieller Angaben in Niedersachsen mittlerweile mehr als 70 Prozent der Neuinfektionen aus. Und neben den Infizierten müssen sich auch die Kontaktpersonen derzeit noch für 14 Tage in Quarantäne begeben.

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Auch der EHC München, am vergangenen Sonntag bislang letzter Gegner der Grizzlys, sowie die Iserlohn Roosters und Aufsteiger Bietigheim Steelers sind aktuell nicht spielfähig. Nach dem Beschluss des Bund-Länder-Gippfels am Freitagnachmittag sollen die Regelungen für Isolationsdauer (Erkrankte) und Quarantäne-Zeiten (Kontaktpersonen) zwar verkürzt und vereinfacht werden. Derzeit ist aber noch unklar, wann die neuen Vorschriften in Kraft treten.

DEL-Geschäftsführer Tripcke "ohnmächtig"

Geschäftsführer Gernot Tripcke von der Deutschen Eishockey Liga hatte angesichts der steigenden Infektionszahlen schon am Mittwoch das Unheil kommen sehen, sich aber sicher nicht gewünscht, so früh Recht zu bekommen: "Es ist eine gewisse Ohnmacht da. Man kann nur reagieren und sein Bestes geben. Wir müssen flexibel sein, es wird jede Menge Spielverlegungen geben."

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Die DEL ist ohnehin leidgeprüft. Am Donnerstagabend begann der 40. Spieltag, die Nürnberg Ice Tigers gewannen 5:1 gegen die Augsburger Panther. Für die Franken war es das 33. Saisonspiel, die bayerischen Schwaben standen sogar erst zum 31. Mal auf dem Eis. Mit der Partie der Grizzlys gegen Krefeld fallen am Freitag insgesamt drei Partien aus, genauso viele sind es am Sonntag. Wolfsburg bleibt bis auf Weiteres bei 35 Spielen stehen - und belegt damit Rang zwei.

DEL spielt seit Saisonbeginn nach Quotienten-Regel

Die Liga hatte sich schon vor der Saison darauf verständigt, die Tabelle nach der Quotientenregelung zu führen. Oben steht also, wer die meisten Punkte pro Spiel gesammelt hat. Und wer die wenigsten gesammelt hat, steigt ab. In dieser Saison wären es sogar zwei Clubs, weil es in der vergangenen Spielzeit zwar mit den Bietigheim Steelers einen Aufsteiger, aber Corona-bedingt keinen Absteiger gab. Eigentlich sollten mit der eingeführten Quotientenregelung Diskussionen verhindert werden.

Doch wieder Diskussionen über Auf- und Abstieg

Nürnbergs Sportdirektor Stefan Ustorf schlug am Donnerstagabend nun aber doch vor, die Auf- und Abstiegsregelung neu zu bewerten: "Unser Hauptaugenmerk in diesem Jahr, was das deutsche Eishockey angeht, sollte sein, dass alle Vereine finanziell gesund durch die Saison gehen", sagte Ustorf bei "MagentaSport". Sportliche Fairness könne es nicht in der aktuellen Situation nicht mehr geben. "Dass keiner Bankrott erklären muss oder Standorte zugemacht werden müssen. Das sollte unser Hauptthema sein. Auf- und Abstieg unter diesen Umständen ist für mich nicht durchführbar."

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 07.01.2022 | 09:17 Uhr

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