Niederlage in Heidenheim - Hannover 96 verliert den Anschluss

Stand: 09.10.2022 17:07 Uhr

Es galt, die richtige Reaktion auf die bittere Pleite gegen den HSV zu geben - doch Hannover 96 wachte im Zweitliga-Verfolgerduell beim 1. FC Heidenheim zu spät auf. Mehr als das 1:2 (0:1) war für die "Roten" so nicht drin.

Offenbar hing die Pleite im Nordduell 96 doch viel mehr nach, als es Trainer Stefan Leitl hatte wahrhaben wollen. An der Brenz war lange nichts zu sehen von der zuvor gezeigten Auswärtsstärke. Kein Zug zum Tor, kein Selbstvertrauen und leichte Fehler: Statt im Kampf um die vorderen Plätze zurückzuschlagen, kassierten die Niedersachsen, die vor dem HSV-Spiel sechsmal in Folge ungeschlagen geblieben waren, ihre zweite Niederlage hintereinander.

"Ich sehe keinen Trend. Es ist der elfte Spieltag und wir sind eine der wenigen Mannschaften, die in jedem Spiel getroffen hat", sagte 96-Coach Leitl. "Das zeugt davon, dass wir eine offensive Philosophie entwickelt haben. Trotzdem muss man Rückschläge mit einkalkulieren."

In der Tabelle ging es runter auf Rang sieben, der Rückstand auf Relegationsplatz drei beträgt nunmehr fünf Punkte. Zu allem Überfluss kassierte Luka Krajnc seine fünfte Gelbe Karte und fehlt damit im kommenden Heimspiel gegen Arminia Bielefeld.

Zieler erst sicher, dann mit dem Fehler

Zu Beginn hatte Heidenheim noch genauso wie Hannover abwartend agiert. Aber als das Team von Trainer Frank Schmidt merkte, dass vom Gegner kaum etwas kam, nahm es das Heft in die Hand. Adrian Beck hatte die erste größere Chance der Partie, schloss aber zum Glück für 96 noch überhastet ab (6.). Ron-Robert Zieler rückte in der Folge mehr und mehr in den Fokus, spielte bei langen Pässen der Hausherren einige Male gut mit. In der 16., 20. und 26. Minute musste der Torhüter zudem gleich dreimal parieren.

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Chancenlos, aber nicht unbeteiligt war Zieler beim 1:0 der Gastgeber. Statt den Ball weit nach vorn zu schlagen, spielte der 33-Jährige den stark bedrängten Max Besuschkow an, der prompt gestört wurde. Denis Thomalla schaltete schnell und schoss den Ball aus gut 30 Metern über den weit vor seinem Tor stehenden Zieler ins Netz (32.). Um ein Haar hätte Heidenheim den Doppelschlag gesetzt: Einen direkten Freistoß von Marnon Busch lenkte Zieler aber gerade noch über die Latte (34.). Mit dem knappen Rückstand zur Pause waren die "Roten" noch sehr gut bedient.

Kleindienst eiskalt, Anschlusstreffer kommt zu spät

Auch in der zweiten Hälfte war also noch alles drin. Doch den Hannoveranern war der Glaube daran nicht anzumerken. Mehr als ein paar Ansätze zeigten sie nicht - und dann stand es auch schon 0:2. Haarscharf an der Grenze zum Abseits sprintete Tim Kleindienst nach einem langen Pass Richtung 96-Tor, schüttelte Julian Börner ab und schob dann überlegt ein (61.).

Leitl versuchte, mit ein paar Offensivwechseln für Schwung zu sorgen. Doch dieser Plan ging zu spät auf. Erst hatten die Heidenheimer noch eine Großchance zum 3:0 liegenlassen. Dann hätte 96 tatsächlich noch etwas Zählbares mitnehmen können. Havard Nielsen, der mit seinem Kopfball an FCH-Keeper Kevin Müller scheiterte(82.), gab den Auftakt. Maximilian Beier (89.) und noch mal Nielsen (90.) hätten dann verkürzen müssen. So aber blieb das 1:2 von Cedric Teuchert in der Nachspielzeit der einzige Hannoveraner Treffer - und war am Ende nicht mehr viel wert.

11.Spieltag, 09.10.2022 13:30 Uhr

Heidenheim

2

Hannover 96

1

Tore:

  • 1:0 Thomalla (32.)
  • 2:0 Kleindienst (61.)
  • 2:1 Teuchert (90. +2)

Heidenheim: K. Müller - Busch, Mainka, Siersleben, Föhrenbach - Maloney (89. Qenaj) - K. Sessa (85. Burnic), Thomalla (77. Keller), Beck (77. Kühlwetter), Beste (85. Theuerkauf) - Kleindienst
Hannover 96: Zieler - Neumann, Börner, Krajnc (78. Foti) - Muroya, Köhn (87. Dehm) - Leopold (87. Schaub), Besuschkow - Nielsen - Kerk (69. Weydandt), Beier (46. Teuchert)
Zuschauer: 8104

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 09.10.2022 | 22:40 Uhr

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