Markus Feldhoff, Trainer des VfL Osnabrück © IMAGO / Zink

Osnabrück-Coach Feldhoff: "Da sein, wenn die Tür wieder aufgeht"

Stand: 08.05.2021 06:58 Uhr

Heute gastiert Fußball-Zweitligist VfL Osnabrück beim Tabellenletzten Kickers Würzburg. Für die Niedersachsen ist es das erste von drei Endspielen um den Klassenerhalt.

"Wenn wir den Anspruch haben, in der Zweiten Liga zu spielen, dann müssen wir gegen Würzburg gewinnen", stellte VfL-Trainer Markus Feldhoff am Freitag klar. Um optimal auf das Kellerduell heute (13 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) vorbereitet zu sein, reisten die Lila-Weißen bereits am Donnerstag in Richtung Franken. "Wir wollen da sein, wenn die Tür wieder aufgeht", sagte Feldhoff zur Situation im Tabellenkeller.

Beim Duell in der Hinrunde im Januar trennten beide Teams noch gefühlt Welten voneinander: Würzburg war zwar trotz des 3:2-Erfolgs an der Bremer Brücke schon damals mit mageren acht Zählern abgeschlagenes Schlusslicht der Liga, Osnabrück hingegen hatte als Neunter bereits 22 Punkte auf dem Konto. "Ich habe gehört, dass das ein wenig der Anfang von allem war. Aber das darf jetzt keine Rolle mehr spielen", sagte Feldhoff. Für Osnabrück schienen damals trotz der Niederlage Abstiegssorgen in weiter Ferne zu sein. Nun aber sind die Teams Tabellennachbarn - auf den direkten Abstiegsrängen.

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Ein Plakat zeigt das "Abstiegsgespenst" © imago/Hartenfelser

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"Eine Mannschaft, die noch weniger Punkte hat als wir, hat natürlich Schwächen", sagte der VfL-Coach. "Aber wir müssen unsere eigenen Schwächen minimieren. Wir scheitern daran, dass wir nach vorne zu wenige Aktionen haben." Alles andere als ein Sieg würde die Aussichten der Niedersachsen auf den Klassenerhalt angesichts von drei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz (vier sind es auf Rang 15) minimieren. Zumal es das Restprogramm der Osnabrücker in sich hat: Der Heimpartie gegen den HSV folgt am letzten Spieltag das Gastpiel bei Erzgebirge Aue.

"Wir brauchen keine großen Diskussionen mehr, wie wir die Dinge angehen müssen. Die Ausgangslage ist kristallklar: Wir haben drei Partien vor uns, die den Charakter von Endspielen haben." VfL-Geschäftsführer Benjamin Schmedes im Podcast "Brückengeflüster"

Vor vier Monaten stand Marco Grote noch an der Seitenlinie der "Lila-Weißen". Dessen Beurlaubung und der Wechsel zu Markus Feldhoff haben bislang nicht den erhofften Effekt gehabt: In acht Partien unter Feldhoff gab es einen Sieg, zwei Unentschieden und fünf Niederlagen. Ähnlich desaströs ist die Bilanz des neuen Würzburger Coaches Ralf Santelli (ein Sieg, zwei Remis, drei Niederlagen), der Bernhard Trares beerbte.

Henning fehlt gesperrt, Einsatz von Reis offen

VfL-Coach Feldhoff muss in Würzburg auf den gelbgesperrten Bryan Henning verzichten. Fehlen werden zudem Luc Ihorst (Leistenoperation), Ulrich Bapoh (Muskelverletzung im Oberschenkel), Jay-Roy Grot (Sprunggelenkverletzung) und Niklas Schmidt, der nach seiner Corona-Infektion noch Trainingsrückstand hat. Dagegen dürfte Ludovit Reis nach auskurierter Oberschenkelverletzung wieder ein Kandidat für die Startelf sein.

Trainingslager in Ankum

Die Mission Klassenerhalt findet indes Corona-bedingt unter erschwerten Bedingungen statt. Seit dem 3. Mai befindet sich der VfL-Tross - wie alle anderen Erst- und Zweitligisten - gemäß der Vorgabe der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Arbeits-Quarantäne. Die Profis, Trainer und Betreuer dürfen sich ausschließlich im häuslichen Bereich, auf dem Trainingsgelände oder im Stadion aufhalten. Ab dem 12. Mai folgt das Quarantäne-Trainingslager in Ankum.

Fulland nicht mehr Co-Trainer

Wenig förderlich dürfte auch die interne Unruhe um Florian Fulland sein, der am vergangenen Wochenende von seinen Aufgaben als Co-Trainer entbunden wurde. "Die Zusammenarbeit hat sich nicht so entwickelt, wie ich mir das erhofft habe. Es hat sich leider nicht das Verhältnis aufgebaut, das es zwischen Cheftrainer und Co-Trainer braucht", sagte Feldhoff der "Neuen Osnabrücker Zeitung". U19-Coach Fulland hatte die Profis vor Feldhoffs Übernahme als Interimscoach betreut und war danach Assistent des neuen Übungsleiters.

Gravierende Unstimmigkeiten habe es nicht gegeben, teilten Verein, Feldhoff und Fulland unisono mit: "Es ist nichts vorgefallen, was ein Handeln zwingend notwendig gemacht hätte", sagte Schmedes. Es habe sich allerdings abgezeichnet, dass Fulland über den 30. Juni hinaus nicht mehr Co-Trainer sein werde: "Aus meiner Sicht ist es dann auch folgerichtig und konsequent, die Situation sofort aufzulösen."

Mögliche Aufstellungen:

Kickers Würzburg: Bonmann - Ronstadt, Dietz, Kraulich, Feltscher - Sontheimer, Hägele, Kopacz - Munsy, Pieringer, van la Parra
VfL Osnabrück: Kühn - Gugganig, Beermann, Trapp - Ajdini, Taffertshofer, Wolze - Reis, Blacha - Santos, Kerk

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Eine Fußballtabelle vor eine Fußballmotiv © Colourbox Foto: Pressmaster

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Dieses Thema im Programm:

Die NDR 2 Bundesligashow | 08.05.2021 | 13:00 Uhr

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