Siegesserie gerissen: HSV mit Remis gegen Kaiserslautern

Stand: 08.10.2022 23:10 Uhr

Fußball-Zweitligist Hamburger SV hat am Samstagabend das halbe Dutzend verpasst. Nach zuvor fünf Siegen in Serie mussten sich die Norddeutschen im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern mit einem 1:1 (1:0) begnügen.

von Christian Görtzen

HSV-Torschütze Robert Glatzel räumte im Interview mit dem NDR ein, dass dies auch zu Recht so sei. "Wir haben nicht mehr verdient gehabt. Unsere Leistung war heute nicht gut genug", sagte der 28-Jährige, der seinen siebten Saisontreffer erzielte. Trotz des Unentschiedens bleibt die Mannschaft von HSV-Trainer Tim Walter aber Spitzenreiter der Zweiten Liga. Und damit geht sie als solcher auch in das Stadtderby gegen den FC St. Pauli (1:2 bei Eintracht Braunschweig), zu dem es am kommenden Freitag am Millerntor kommt.

Glatzel bringt HSV mit viel Fortune in Führung

Walter hatte auf der Torhüterposition kurzfristig einen Wechsel vornehmen müssen, der für den Begünstigten eine emotionale Note mit sich brachte. Anstelle von Stammkeeper Daniel Heuer Fernandes (Magen-Darm-Infekt) kam der im Sommer von den Lauterern an die Elbe gewechselte Matheo Raab zu seinem Punktspiel-Debüt im HSV-Trikot.

Anders als im Heimspiel zuvor gegen Fortuna Düsseldorf begannen die Norddeutschen vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion sehr kontrolliert. Dies lag aber auch daran, dass die Pfälzer bei Ballbesitz des Gegners gut die Räume verengten. Vor allem den schnellen Hamburger Außenbahnspieler Bakery Jatta, der gegen die Rheinländer so stark gewesen war, hatten die Pfälzer genau auf dem Kieker. Das Walter-Team reagierte darauf mit Pragmatismus: Wenn über rechts nicht so viel geht, dann womöglich über links.

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Eine Fußballtabelle vor eine Fußballmotiv © Colourbox Foto: Pressmaster

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Und das Kalkül ging auf, allerdings war auch reichlich Glück dabei. Sonny Kittels halbhohe Flanke in der 24. Minute sprang direkt vor FCK-Keeper Andreas Luthe auf, der mit seinen Händen den Ball ans Knie von Glatzel beförderte. Von dort wäre die Kugel ins Toraus gesprungen, wenn nicht ein weiteres Mal Luthe im Spiel gewesen wäre. Mit seiner Hacke lenkte er das Spielgerät ins eigene Tor - 1:0 für den HSV.

Damit ging es auch in die Pause. Angesichts dessen, dass die Gäste durch Terrence Boyd (19.) und Kenny Prince Redondo (44.) gute Gelegenheiten hatten, war es eine schmeichelhafte Führung für die Hanseaten.

"Rote Teufel" bleiben gefährlich

Zwei Minuten nach Wiederanpfiff ließ sich erhöhen auf "sehr schmeichelhaft". Bei schlechten Sichtverhältnissen - die Gäste-Fans hatten bengalische Feuer gezündet und für viel künstlichen Nebel gesorgt - stürmte Boyd nach Ballverlust von Moritz Heyer allein auf das HSV-Tor zu. Seinen Flachschuss lenkte Raab ins Toraus. Redondo hatte eine weitere Top-Chance, er jagte den Ball aus linker Strafraumposition aber über den vorderen Winkel (62.).

HSV-Profi Kittel vergibt Strafstoß - Lautern gleicht aus

Letztere Szene wirkte wie ein Weckruf für die Gastgeber, auch offensiv mehr zu tun. Und das taten sie dann auch. Glatzel scheiterte zweimal an Luthe (70./75.). Die Hamburger blieben dran, setzten den FCK unter Druck und erzwangen einen Strafstoß. Das klare Foul an Ludovit Reis wurde aber erst per Videobeweis erkannt: Kittel schnappte sich die Kugel, schoss halbhoch in die rechte Ecke - und scheiterte an Luthe.

Als wäre das nicht schon bitter genug für die Gastgeber, kam es wenige Sekunden später noch schlimmer: Im direkten Gegenzug setzte sich Redondo gegen Heyer durch, und seinen Pass in die Strafraummitte verwertete dort Lex Tyger Lobinger zum 1:1 (82.). Der HSV versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, wollte unbedingt alle drei Punkte. Aber anders als zuletzt im Spiel bei Hannover 96 gelang das diesmal nicht.

11.Spieltag, 08.10.2022 20:30 Uhr

Hamburger SV

1

K'lautern

1

Tore:

  • 1:0 Glatzel (24.)
  • 1:1 Lobinger (82.)

Hamburger SV: Raab - Heyer, Vuskovic, Schonlau, Muheim - Meffert - Reis, Benes (85. Amaechi) - Jatta (71. Königsdörffer), Glatzel, Kittel (85. Suhonen)
K'lautern: Luthe - Tomiak, Bormuth, Kraus - Durm (76. Opoku), Ritter, Niehues, Zuck, Redondo (86. Zimmer) - Klement - Boyd (66. Lobinger)
Zuschauer: 57000 (ausverkauft)

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 09.10.2022 | 22:35 Uhr

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