Eine Eckfahne im Stadion des FC Hansa Rostock © imago/Picture Point

Diskriminierende Banner: Hansa Rostock distanziert sich - DFB ermittelt

Stand: 22.08.2022 16:18 Uhr

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Zweitligisten Hansa Rostock eingeleitet. Im Fanblock der Rostocker waren während des Spiels gegen den FC St. Pauli mehrere Banner mit diskriminierenden Botschaften gezeigt worden. Der Club distanzierte sich von den Bannern.

Auf einem Banner war am Sonntag beim 2:0-Sieg der Rostocker gegen St. Pauli der Spruch "Schwule bekommen kein Nachwuchs" zu lesen. Auf einem anderen stand: "Euer Gender-Scheiss interessiert in Wolgast keine Sau! Hier gibt es nur Jungs, Mädchen, Mann und Frau".

"Der Kontrollausschuss wird den Verein anschreiben und zu einer Stellungnahme zu den gezeigten Bannern auffordern. Nach Vorliegen und Auswertung der Stellungnahme wird das Gremium über den weiteren Fortgang des Verfahrens entscheiden", hieß es vom DFB.

"Hansa Rostock ist politisch und religiös streng neutral"

In einer Stellungnahme gegenüber dem NDR distanzierte sich Hansa Rostock von den Bannern. "Homophobie, Rassismus und ähnlich geartete Einstellungen und Ideologien stehen nicht für den F.C. Hansa Rostock und verbieten sich schon allein durch die in der Satzung des Vereins verankerten Werte wie Toleranz. Der F.C. Hansa Rostock ist politisch und religiös streng neutral und steht in all seinen Belangen auf demokratischer Grundlage."

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Banner zu Lichtenhagen sorgt für Diskussionen

Auch über Rassismus wurde in den sozialen Medien nach der Partie diskutiert, weil auf einem anderen Banner kurz vor dem 30. Jahrestag an das Pogrom von Lichtenhagen gedacht wurde. "Das Banner gehört zu einer Fangruppierung aus dem Stadtteil Lichtenhagen, hängt seit über einem Jahrzehnt bei den Spielen und steht nicht im Zusammenhang mit den Ereignissen in Lichtenhagen", teilte Hansa dazu mit.

"Sowohl dem Verein als auch unseren Fans - gerade aus Rostock - ist die Schande und der Schaden für die ganze Stadt nach wie vor deutlich bewusst und selbstverständlich möchte niemand, dass sich solche Ereignisse wiederholen oder in Vergessenheit geraten."

Homophobes Banner im Stadion angefertigt?

Generell teilte der Club mit, dass Choreografien, Banner und Tapeten vorab beim Verein beantragt und eine Genehmigung benötigen würden. Zudem erfolge beim Einlass eine Kontrolle der Fanutensilien, die ins Stadion eingebracht werden sollen. "Daher ist davon auszugehen, dass die Tapete mit der Aufschrift 'Schwule bekommen keinen Nachwuchs' im Stadion während des Spiels angefertigt wurde".

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Sport aktuell | 23.08.2022 | 07:15 Uhr

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